Britischer Mobil­funk­an­bieter warnt vor Glücks­spiel-SMS-Betrug

Posted on: 08/09/2025, 04:11h. 

Last updated on: 05/09/2025, 01:21h.

  • Virgin Media warnt in Großbritannien vor SMS-Betrug aus dem Bereich Glücksspiel.
  • Mobilfunkanbieter sieht den Sektor besonders von den Fake-Nachrichten betroffen.
  • Das Unternehmen blockierte 2025 schon über 600 Millionen digitale Nachrichten.

Weltweit nehmen Betrugsversuche mit elektronischen Nachrichten zu. Wo es sich früher meist um E-Mails mit betrügerischem Inhalt handelte, setzen die Kriminellen heutzutage vermehrt auf mobile Techniken. Das führte dazu, dass Virgin Media O2 nun auf verstärkten SMS-Betrug aus dem Bereich Glücksspiel hinweist.

Scam-Schriftzug
Viele Betrüger setzen auf Fake-SMS (Bild: Pixabay/Riki32)

Ende vergangener Woche veröffentlichte der britische Mobilfunkanbieter aktuelle Daten zur Schwere des Problems. Demnach blockierte Virgin Media im laufenden Jahr bereits über 600 Millionen digitale Nachrichten mit Fake-Inhalten.

Dabei verweist das Unternehmen auf die rasant wachsenden Fallzahlen. So liegt das Volumen der 2025 abgefangenen Nachrichten schon jetzt doppelt so hoch wie das aus den kombinierten Jahren 2023 und 2024.

Virgin Media warnt deshalb:

Die derzeit am häufigsten gemeldeten Nachrichten sind Glücksspiel- oder gefälschte Gewinnbenachrichtigungen, bei denen Betrüger kostenlose „Gutschriften“ auf Glücksspielseiten, „Gewinne“ oder „Prämien“ mit einem Link zu einer unsicheren Website anbieten.

Mithilfe dieser Fake-Nachrichten würden Kriminelle die Empfänger dazu ermutigen, ihre persönlichen Daten einschließlich Bankinformationen preiszugeben. Genau davor sollten sich die Betroffenen allerdings hüten, da es ansonsten zu schwerwiegenden Vergehen kommen könne.

Tatsächlich nutzen die Kriminellen die erbeuteten Daten vielfach, um auf die Konten ihrer Opfer zuzugreifen. Neben den finanziellen Verlusten besteht durch den Datenmissbrauch zudem das hohe Risiko des immer stärker um sich greifenden Identitätsdiebstahls.

Glücksspiel am stärksten von SMS-Betrug betroffen

Laut Virgin Media gehen die meisten SMS-Betrugsversuche auf den Glücksspielsektor zurück. Das dürfte damit zusammenhängen, dass Empfänger auf Fake-Gewinne oder finanzielle Zuwendungen besonders leicht hereinfallen.

Als zweithäufigste Masche gilt die inzwischen fast schon klassische “Hi Mum/ Hi Dad”-Nachricht, bei der angebliche Kinder um Rückruf bitten. Melden sich die Angeschriebenen tatsächlich bei den Absendern, geht es analog zum Enkeltrick darum, aus den Opfern möglichst viel Geld herauszuholen.

Murray Mackenzie, Leiter der Abteilung für Betrugsbekämpfung bei Virgin Media O2, warnt jedoch:

Betrüger halten sich nicht an alte Tricks, sondern entwickeln sich schnell weiter. Sie greifen aktuelle Nachrichten auf und zielen mit gefälschten Preisen, Stellenangeboten und finanziellen Entschädigungen besonders auf schutzbedürftige Menschen ab.

Sein Unternehmen sei bemüht, derartige Nachrichten bereits im Vorfeld zu identifizieren und zu löschen. Aufgrund der Vielzahl und immer ausgefeilteren Methoden sei es jedoch nicht möglich, alle Betrugsversuche herauszufiltern.

Deshalb ruft der Betreiber die Kunden zu erhöhter Wachsamkeit auf. Beim geringsten Verdacht sollen diese sich an den Provider wenden und den SMS-Betrug melden.