Endgültiges Gerichtsurteil: Verbot von Windhundrennen in Florida rechtmäßig

Veröffentlicht am: 1. Mai 2020, 01:57 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. Mai 2020, 01:57 Uhr.

Dem Streit um das geplante Verbot von Windhundrennen im US-Bundesstaat Florida ab dem 1. Januar 2021 ist erneut ein vorläufiges Ende gesetzt worden. Wie der in Jacksonville, Florida, ansässige öffentlich-rechtliche Sender WJCT am Donnerstag berichtete [Seite auf Englisch], sei die Rechtmäßigkeit von Amendment 13, auf dessen Basis das Verbot in Kraft treten soll, in einem 55-seitigen Gerichtsbeschluss bestätigt worden.

Windhund rennt mit Maulkorb
Verbot von Windhundrennen in Florida für rechtmäßig erklärt (Bild: Pixabay/herbert2512)

Die gerichtliche Entscheidung folgte einer Sammelklage der Support Working Animals, Inc. und einzelner von dem Amendment betroffener Kläger, die im Oktober 2019 eingereicht wurde.

In der Anklageschrift hieß es, das Amendment verstoße gegen Amendment 5 der US-amerikanischen Verfassung und nehme einem ganzen Industriezweig die Arbeitsgrundlage und Besitztümer. Die vorgesehenen Ausgleichszahlungen und Maßnahmen reichten nicht aus, um die „existenzvernichtenden Umstände“ auszugleichen.

Durch den Wegfall der Wetten auf Windhundrennen werde den Betreibern der Rennstrecken des Weiteren auch die Genehmigung zur Veranstaltung anderer Glücksspiele entzogen. Bisweilen seien beispielsweise Poker-Events lediglich dann erlaubt, wenn der Betreiber regelmäßig Rennen veranstalte.

Die Einwohner Floridas konnten am 6. November 2018 per Volksentscheid darüber abstimmen, ob Windhundrennen und die dazugehörigen Wetten im gesamten Bundesstaat verboten werden sollen. Mehr als 5 Millionen Menschen und damit insgesamt 69,06 % der Wähler stimmten für das Verbot.

Richter hält am Ursprungsargument fest

Mark Walker, der oberste Bezirksrichter im Bundesstaat Florida, hat die Klage jetzt jedoch endgültig abgewiesen. Das Verbot sei im Interesse des Staates und Windhundrennen und die Wetten darauf widersprächen den moralischen Grundsätzen der Gemeinschaft.

Walker fasst zusammen:

Das Amendment 13 verbietet den Klägern, ihr Eigentum in einer Weise zu nutzen, die in den Augen des Staates im Widerspruch mit der Gesundheit, der Moral und der Sicherheit der Gemeinschaft steht. Es ist unerheblich, ob der Zweck von Amendment 13 der Schutz der Gesundheit und des Wohlbefindens der Windhunde ist oder das Verbot von Wetten auf Windhundrennen. Amendment 13 bleibt eine legitime Ausübung Floridas Polizeigewalt.

Ein erneuter Widerspruch gegen das Urteil scheint unwahrscheinlich. Ohnehin sind derzeit alle noch aktiven Rennstrecken in den gesamten Vereinigten Staaten aufgrund von COVID-19 geschlossen.

Wann der Lockdown gelockert wird und Windhund- oder auch Pferderennen wiederbeginnen können, ist zudem ungewiss. So scheint es wahrscheinlich, dass Windhundrennen in Florida bereits jetzt Geschichte sein könnten.