Pferderennen: US-Trainer wegen rassistischer Namenswahl für Rennpferd gesperrt

Veröffentlicht am: 11. Januar 2021, 03:25 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. Januar 2021, 03:25 Uhr.

Mit der Umbenennung eines seiner Rennpferde hat der US-amerikanisch Trainer Eric Guillot für große Empörung in der Welt des Pferderennsportes gesorgt. Ihm wird vorgeworfen, den Namen „Grape Soda“ aus eindeutig rassistischen Motiven gewählt zu haben.

Weintrauben Rebe
Grape Soda ist ein auf Weintrauben basierender Softdrink, der nach Klischée mit Afroamerikanern in Verbindung gebracht wird. (Bild: Pixabay)

Grape Soda ist ein in den USA beliebter Softdrink. Einem Klischee nach wird dieser besonders gern von Afroamerikanern getrunken und daher mitunter als rassistisches Synonym für diese verwendet. Doch nicht nur die Namenswahl allein sondern auch die Art und Weise, wie Guillot diese verkündete, sorgte für Kritik.

So hatte Guillot am 1. Januar über seinen Twitter-Account das Foto eines Hengstfohlens gepostet und dabei erklärt, dass das Pferd in der folgenden Woche unter „einem einzigartigen Namen zu Ehren eines TVG [TV-Kanal] Analysten“ rennen werde. Dahinter setzte er das Emoji von einem schwarzen Daumen, der nach oben zeigt.

Wie verschiedene Branchenmedien am Wochenende berichtet haben, sei schnell klar gewesen, auf wen sich Guillot bezogen habe: den afroamerikanischen Pferdesportmoderator Ken Rudolph, der seit vielen Jahren als einer der Experten des Pferdesport-Kanals TVG [Seite auf Englisch] bekannt ist.

Dieser reagierte seinerseits am Freitag mit einem Twitter-Post auf den Rassismus-Vorwurf. In einem Tweet schreibt er:

Der Gewinner des Aqueduct-Rennens ist das perfekte Beispiel für das Problem, was ich mit dem Pferderennsport habe. Der Trainer, der gewonnen hat, ist ein widerlicher und rassistischer Mann. Aber wenn man in diesem Spiel Geld gewinnen will, muss man in der Lage sein, solche Sachen zu ignorieren. Ich kann das nicht.

 

New York Racing Association verbannt Guillot für immer

Das Rennen am Freitag soll vorerst das letzte für Guillot gewesen sein. Wie die New Yorker Pferderennsport-Behörde New York Racing Association (NYRA) am Samstag auf ihrer Webseite erklärte, sei Guillot aufgrund seines rassistischen Verhaltens nicht mehr in der Branche erwünscht. Im Statement heißt es:

Rassismus in jedweder Form ist absolut inakzeptabel. Die NYRA lehnt Eric Guillots toxischen Forte und polarisierendes Verhalten mit aller Kraft ab. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es ihm nicht mehr gestattet, mit Pferden auf einer der NYRA-Stecken an den Start zu gehen […] Unsere Renn-Gemeinschaft ist vielfältig und wir stehen für Inklusion.

Das Pferd habe zudem seit Samstag einen offiziellen neuen Besitzer, Lawrence Roman. Dieser habe ihm nun den Namen „Respect for All“ gegeben und erklärt, 10 % seiner künftigen Gewinne an die Mitarbeiterschaft der NYRA-Rennstrecken spenden zu wollen.