Britische Studie un­ter­sucht ver­schie­dene Resul­tate von Glücks­spiel­umfragen

Posted on: 15/08/2025, 04:50h. 

Last updated on: 15/08/2025, 11:43h.

  • Eine neue Studie in Großbritannien durchleuchtet abweichende Ergebnisse bei Glücksspielumfragen.
  • Die Art der Befragung hat große Auswirkungen auf das Ergebnis.
  • Glücksspielforschung soll weiter intensiviert werden.

In Großbritannien sind die teils abweichenden Ergebnisse bei Glücksspielumfragen untersucht worden. Die Studienergebnisse bieten für Forscher neue Erkenntnisse.

Menschen an Notebooks
Neue Studie zu Glücksspielumfragen (Bild: Unsplash/Scott Graham)

Eine Studie aus Großbritannien identifiziert Ursachen für unterschiedliche Resultate. Die aktuelle Untersuchung liefert neue Einsichten, die erklären, weshalb die Zahlen zur Teilnahme und zum Problem Gambling Severity Index (PGSI) in verschiedenen Glücksspielumfragen teils erheblich voneinander abweichen.

Warum Glücksspielumfragen in Großbritannien stark variieren

Professor Patrick Sturgis leitete die Durchführung der Studie. Das Ziel der Untersuchung ist es, die Umfrageergebnisse zu analysieren, die teilweise voneinander abweichen.

Der Fokus lag auf dem Vergleich zwischen Selbst-Ausfüll-Umfragen wie der Gambling Survey for Great Britain (GSGB) und den klassischen Face-to-Face-Studien wie der Health Survey for England (HSE) oder der Adult Psychiatric Morbidity Survey (APMS).

Ziel war es, Beweise dafür zu finden, wie das Design und die Gestaltung von Umfragen die geschätzten Werte zur Glücksspielteilnahme und zum PGSI beeinflussen.

Wirkung der Einladung auf die Teilnahme

Ein wichtiger Punkt war die Überlegung, ob die Zusammensetzung der Teilnehmenden sich verändert, wenn das Thema Glücksspiel in der Einladung ausdrücklich erwähnt wird. Die generelle Rücklaufquote blieb jedoch unverändert. Die Glücksspielbeteiligung war allerdings um vier Prozentpunkte höher, wenn das Thema in der Einladung angesprochen wurde.

Dies könne dazu führen, dass die Anzahl glücksspielinteressierter Personen gestiegen sei. Der Anteil der Personen mit einem PGSI-Wert von mindestens 1 war in dieser Gruppe um 1,8 Prozentpunkte höher.

Ein weiterer Aspekt der Untersuchung waren die Folgen eines erweiterten Glücksspielangebots. Allerdings war keine signifikante Auswirkung auf die Gesamtteilnahme oder den PGSI-Wert festzustellen.

Große Unterschiede zeigen sich bei der Art der Befragung

Der Unterschied war besonders deutlich in Bezug auf die Art der Befragung. Wurden die Fragen telefonisch gestellt, war der Anteil der Teilnehmenden mit einem PGSI-Wert von mindestens 1 deutlich geringer als bei einer anonymen Online-Befragung.

Ein Unterschied von 4,4 Prozentpunkten machte beinahe einen Anstieg um 50 % in der Online-Selbstangabe aus. Dies habe die Annahme bestätigt, dass Menschen in persönlichen Gesprächssituationen eher dazu neigen, problematische Verhaltensweisen zu bagatellisieren.

Im Q1 2025 stieg der Bruttospielertrag (GGY) im britischen Online-Glücksspiel um 2 % auf £1,49 Mrd., wobei Slots trotz neuer Einsatzlimits um 14 % zulegten. Sportwetten und Poker verzeichneten Rückgänge.

Ben Haden, Director of Research and Policy, unterstrich, dass die Ergebnisse dazu beitragen, mehr Vertrauen in die Daten der GSGB zu schaffen. Die neuen Erkenntnisse würden zudem helfen, Unterschiede zu anderen Erhebungen in Großbritannien zu erklären.

Es sei jedoch unmöglich, die Glücksspielteilnahme und ihre Folgen ausschließlich mit einem einzigen Erhebungsinstrument präzise zu erfassen. Aus diesem Grund plant die Glücksspielkommission, verschiedene Datenquellen zu nutzen und die Zusammenarbeit mit anderen Forschern zu intensivieren.

Studienergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse

Professor Sturgis betonte, dass die experimentelle Anlage der Studie es ermöglicht, die Ursachen für die unterschiedlichen Schätzwerte klar zu identifizieren.

Obwohl keine einzelne Untersuchung den „wahren“ Wert für Glücksspielkennzahlen bestimmen kann, sind ihre Ergebnisse für das Verständnis der Auswirkungen entscheidend.

Die Kommission hat die Absicht, ihre Online-Leitlinien zur Interpretation der GSGB-Daten zu überarbeiten. Es wird geplant, die möglichen Ursachen für Abweichungen von früheren Gesundheitsumfragen über das Glücksspielverhalten klarer zu definieren. Generell soll auch die Forschung im Bereich Glücksspiel weiter verbessert werden.