Die Verbreitung von Glücksspiel in Südtirol geht zurück

Veröffentlicht am: 13. Juni 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. Juni 2020, 04:27 Uhr.

Das Forum Prävention, eine Fachstelle für Suchtprävention, hat am Mittwoch einen aktuellen Bericht über die Verbreitung von Glücksspiel im norditalienischen Südtirol vorgelegt. Laut der Studie, die unter Mitwirkung des Sozialforschungsinstituts „apollis“ angefertigt wurde, sei die Anzahl von Spielhallen und Spielautomaten in der Region in den vergangenen fünf Jahren deutlich geschrumpft.

Berge und Felder Südtirol
Im ländlichen Südtirol geht das Glücksspiel zurück. (Pixabay)

In Südtiroler Gemeinden wird weniger gespielt

Umfragen in 99 Gemeinden hätten ergeben, dass das Geschäft mit dem Glücksspiel nachgelassen habe. Noch im Jahre 2014 seien es 220 Einrichtungen gewesen, in denen Glücksspiel angeboten wurde. Bis zum Jahre 2019 sei diese Zahl auf 89 zurückgegangen.

Vor allem Bars und Gaststätten böten immer seltener Automatenglücksspiele an. Derzeit seien es in den befragten Gemeinden nur noch 38 Gastro-Einrichtungen. Zum Vergleich: In der Studie aus dem Jahre 2014 waren noch 159 Gastro-Betriebe mit Glücksspielangebot dokumentiert worden.

Im Vergleich zum Jahre 2014 würden derzeit mehr Verkaufsstellen für Rubbel- und andere Lotterielose betrieben. Ihre Zahl sei in den vergangenen fünf Jahren von 154 auf 168 Verkaufsstellen gestiegen.

Verringert habe sich auch die Zahl der Spielautomaten. In 90 untersuchten Gemeinden, sei die Anzahl der Maschinen von 909 auf 704 zurückgegangen. Berücksichtigen müsse man, so der Bericht, dass die Zahlen der Landeshauptstadt Bozen in die Erhebung nicht einbezogen und die Daten der Stadt Meran für das Jahr 2019 unvollständig seien.

Wer spielt, gibt viel Geld aus

Obgleich der Bericht einen Negativtrend beim Glücksspiel in Südtirol feststellt, attestiert er hohe Pro-Kopf-Ausgaben der Spieler. Auf Grundlage von Daten aus dem Jahre 2017 sei ersichtlich, dass die Einwohner der Landeshauptstadt Bozen im Italien-weiten Vergleich besonders viel Geld für das Glücksspiel ausgäben:

Im Jahr 2017 wurden in der Gemeinde Bozen 2.498 Euro pro Kopf für Glücksspiele ausgegeben; die Südtiroler Hauptstadt liegt damit an sechster Stelle von 130 italienischen Gemeinden zwischen 50.000 und 200.000 Einwohnern.

Trotz dieser großen Budgets für Glücksspiel kommt das Forum Prävention zu dem Schluss, dass der Rückgang von Spielgeräten in der Gastronomie sowie in Hotels und Bars ein positives Zeichen sei.

Um das Phänomen des Glücksspiels in Südtirol umfänglich erforschen zu können, bedürfe es allerdings einer weiterführenden Untersuchung von Daten aus Bozen und Meran. Derzeit sei die Datenlage noch unbefriedigend.