Sportwetten-Organisation IBIA fordert Online-Live-Wetten in Australien

Veröffentlicht am: 28. Juli 2020, 12:52 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 28. Juli 2020, 01:04 Uhr.

Das Sportwetten-Kontrollgremium International Betting Integrity Association (IBIA) [Seite auf Englisch] hat Australiens Glücksspielregulatoren dazu aufgerufen, Live-Wetten im Onlinebereich zuzulassen. In einer am Montag veröffentlichten Erklärung warnte die IBIA davor, dass ein Verbot lediglich nicht-lizenzierten Anbietern aus dem Ausland zugutekäme.

Rugby-Spieler
Bei Rugby & Co. sind Online-Live-Wetten in Australien verboten (Bild: Pixabay/ David Mark)

Hintergrund ist, dass australische Buchmacher Live-Wetten nur in Wettbüros oder per Telefon annehmen dürfen. Online ist dies bei lizenzierten Anbietern jedoch nicht möglich. Die IBIA befürchtet deshalb, dass Spieler auf illegale Webseiten ausweichen und ihre Wetten dort platzieren könnten.

Die zögernde Haltung der Regierung bei der Legalisierung von Online-Live-Wetten ist auf ihre Furcht vor Spielmanipulationen zurückzuführen. Während die in Echtzeit getätigten Wetten bei standortbasierten Geschäften oder per Telefon in einem überschaubaren Rahmen abliefen, ließen sich Online-Wetten nur schwer kontrollieren. Deshalb wachse die Betrugsgefahr, was die Regierung verhindern wolle.

Um ihre Befürchtung zu belegen, verweisen IBIA-Vertreter auf Studien, die hohe Umsätze bei Online-Live-Wetten bewiesen. So sei in den vergangenen Monaten ein erheblicher Anstieg der Wetttätigkeit bei Offshore-Buchmachern, die sich nicht an Lizenzbestimmungen halten müssten, zu registrieren.

Neue Instanz für mehr Integrität

Nun sei die Regierung bestrebt, die Integrität der Sportwettenbranche besser abzusichern. So solle in Zusammenarbeit mit einer eigens eingerichteten Taskforce und Organisationen wie der IBIA ein neues Regelwerk entwickelt werden, welches Spieler vor Betrug schütze.

Die IBIA definiert sich als Kontrollorgan zur Sicherung der Integrität von Sportwetten. Die Organisation mit Sitz in Brüssel wird von großen Wettanbietern wie bwin, Paddy Power und William Hill getragen. Sie analysiert sportliche Wettkämpfe in Bezug auf verdächtige Wettbewegungen und informiert bei Bedarf die zuständigen Behörden.

Am Ende solle nach Willen der IBIA mit der Sport Integrity Australia (SIA) eine neue Instanz in Australien entstehen, die über rechtmäßige Abläufe im Sportgeschehen wache. Der SIA käme damit die Aufgabe zu, Sportveranstaltungen und die damit einhergehenden Wetten zu beobachten und im Verdachtsfall Alarm zu schlagen.

Aufgrund der umfassenden Kontrolle könnten Manipulationen frühzeitig erkannt werden, was die Beteiligten vor Schäden bewahre. Diese Sicherheit könne dazu beitragen, Online-Live-Wetten zu legalisieren.

Die Taskforce werde nun Vorschläge zur Umsetzung des Wettschutzes ausarbeiten. Nach Ansicht der IBIA sei Ende des Jahres mit den ersten Ergebnissen zu rechnen, sodass das Regelwerk im kommenden Sommer in Kraft treten könne.