Virtueller Prozess: Spielsüchtiger Casinoräuber muss ins Gefängnis

Veröffentlicht am: 10. Mai 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Mai 2020, 03:10 Uhr.

In dieser Woche verurteilte ein Gericht im englischen Maidstone einen spielsüchtigen 28-Jährigen zu einer mehrjährigen Haftstrafe. Im Laufe des Prozesses, der aufgrund der Corona-Maßnahmen virtuell stattfand, hatte Florjan Lleshi Raubüberfälle auf drei Admiral Casinos im Südosten Englands gestanden.

Admiral Casino Leeds
Der Verurteilte hatte drei englische Admiral-Casinos überfallen (Symbolbild, Quelle:commons.wikimedia.org/Mtaylor848, licensed under CC BY-SA 4.0)

Einsatz vertausendfacht

Angaben seines Verteidigers zufolge begann die Abwärtsspirale im Leben von Florjan Lleshi mit einem eigentlich freudigen Ereignis. Durch den Einsatz von nur 5 GBP habe sein Mandant beim Glücksspiel einst 5.000 GBP gewonnen. Das Verlangen, diesen Gewinn zu wiederholen, habe ihn jedoch schnell in die Sucht und schlussendlich vor Gericht geführt.

Lleshi war im Februar festgenommen worden [Seite auf Englisch], weil er dringend verdächtig war, zwei Tage zuvor ein Admiral-Spielcasino in Gillingham überfallen zu haben. Ermittlungen hatten ihn zudem mit zwei ähnlichen Taten aus dem Vorjahr in Verbindung gebracht.

Die Novomatic-Tochter Admiral betreibt weltweit Casinos, Spielhallen, Wettbüros und Online-Glücksspiel-Plattformen. In Großbritannien ist Luxury Leisure, ehemals Nobles, für den Betrieb der landesweit 91 Filialen zuständig.

Anfang Juli 2019, so Staatsanwältin Amy Nicholson nun im virtuellen Gerichtssaal des Maidstone Crown Court, habe der Mann ein Admiral Casino in Romford überfallen. Nur wenige Wochen später habe er die Tat in einem Standort derselben Kette in Welling wiederholt.

Dramatische Folgen für Angestellte

Das Vorgehen des Familienvaters sei in allen drei Fällen identisch gewesen. Nachdem er zunächst ein Getränk beim Spielhallenpersonal bestellt habe, habe er ein Messer gezückt, sich die jeweilige Angestellte gegriffen und ihr die Waffe an die Kehle gedrückt.

Danach habe er die Mitarbeiterinnen aufgefordert, den Safe zu leeren. Insgesamt sei es ihm so gelungen, über 11.500 GPB (rund 12.5000 Euro) zu erbeuten. Die Angestellten seien traumatisiert zurückgeblieben.

Am Donnerstag verhängte Richterin Adele Williams gegen Florjan Lleshi wegen Raubes und Mitführen eines Messers in der Öffentlichkeit eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. In ihrer Urteilsbegründung betonte sie die fatalen Tatfolgen für die Opfer des Spielsüchtigen:

Sie alle beschrieben das Trauma und die massiven Auswirkungen auf jede von ihnen. Sie hatten Schwierigkeiten rauszugehen und mindestens eine konnte nicht zu ihrer vorherigen Beschäftigung zurückkehren. Sie haben diese Straftaten begangen, weil Sie spielsüchtig wurden. Es ist eine Tragödie, dass Sie solche Straftaten begangen haben, die Ihren Opfern solchen Schaden zugefügt haben.

Auch der Angeklagte selbst zeigte sich erschüttert. Über seinen Anwalt ließ er ausrichten, die Taten und das Leid, dass er den Frauen angetan habe, zutiefst zu bereuen. Er sei froh, gefasst und dadurch in seinem Handeln gestoppt worden zu sein.