Sexuelle Belästigung im E-Sport: Oddity Esport-Mitbegründer tritt zurück

Veröffentlicht am: 20. April 2020, 02:05 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. April 2020, 06:05 Uhr.

Erneut ist der E-Sport von einem heiklen Skandal erschüttert worden. Dem Mitbegründer der australischen E-Sport-Organisation Oddity Esport wird vorgeworfen, eine 23-jährige Streamerin monatelang online sexuell belästigt zu haben.

Fortnite E-Sport Gaming Capture Screenshot
Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Mitbegründer von Oddity Esport (Bild: Flickr/BagoGames)

Wie verschiedene E-Sport-Nachrichtenportale berichten, habe Jared ‘Topix’ Fell die junge Neuseeländerin Ellie ‘EllieRoo’ Hall wiederholt gedrängt, ihm Nacktfotos zu schicken und mit ihm über sexuelle Themen zu sprechen.

Oddity Esport ist eine Organisation für professionelle E-Sports, die Anfang 2018 in Australien gegründet worden ist. Die Organisation spezialisiert sich auf die Spiele Fortnite, Mortal Kombat 11, Players Unknown‘s Battleground und Rainbow Six Siege. Derzeit arbeiten bei Oddity Esport drei professionelle Teams, deren Spiele E-Sport-Fans unter anderem auf Twitch live verfolgen können.

Dies habe er als Gegenleistung für seine Unterstützung ihres E-Sport-Teams erwartet. Er habe ihr beispielsweise versprochen, ihr zu einer größeren Fanbase zu verhelfen und ihr Tipps gegeben, wie sie mehr Zuschauer für ihre Streams gewinnen könnte.

Jedoch habe er sich auch hier unprofessionell gezeigt. Demnach habe er ihr suggeriert, sie müsse sich für ihre Streams „provokanter“ kleiden, um die männliche Zuschauerschaft „anzuheizen“. Auch habe er ihr nahegelegt, ihre Bilder auf einer pornographischen Seite hochzuladen.

Öffentliche Entschuldigung abgegeben

Hall erklärt, dass Gespräche dieser Art über mehrere Monate stattgefunden hätten. Sie habe nicht den Mut gehabt, ihm ein klares „Nein“ entgegenzubringen, da sie gefürchtet habe, ihrem Team zu schaden. Gegenüber der Presse sagt sie:

Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich hätte sagen können „ich möchte dieses Gespräch nicht mit dir führen“, denn das hätte unsere berufliche Beziehung zerstört. Er war in einer Machtposition mir gegenüber. Ich glaube, er wusste ganz genau, was er tat.

In einem Twitter-Post erzählt sie des Weiteren, dass er ihr mit einer Verleumdungsklage gedroht habe, sollte sie den Vorfall öffentlich machen.

Aufgrund der klaren Beweislage sei es hierzu jedoch nicht gekommen. Das Unternehmen habe die Chatverläufe überprüft, woraufhin Fell seinen sofortigen Rücktritt erklärt habe.

Er entschuldigte sich daraufhin in einem öffentlichen Statement für sein „Fehlverhalten“. Er habe der Organisation keinen Schaden zufügen wollen und sei bereit, die volle Verantwortung übernehmen.

Oddity Esport äußerte sich ebenfalls zu den Vorfällen [Seite auf Englisch]. Das Unternehmen distanziere sich deutlich von den Geschehnissen und dulde derartige Fehlschläge seitens der Mitarbeiter keineswegs.