Schadet US-Präsident Donald Trumps TikTok- und WeChat-Verbot amerikanischen Casinos in Macau?

Veröffentlicht am: 12. August 2020, 12:54 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. August 2020, 12:54 Uhr.

US-Präsident Donald Trump hat am vergangenen Freitag eine Vollzugsanordnung unterschieben, die alle Transaktionen mit der App TikTok untersagt. Am selben Tag verfügte Trump dieses Verbot auch gegen den chinesischen Messenger-Dienst WeChat.

Smartphone, Hand, TikTok Logo
Trumps Verfügung gegen WeChat und TikTok könnte US-Casinos in Macau schaden. (Bild: pixabay.com)

Trumps Anordnung beinhaltet, dass sämtliche Transaktionen im Zusammenhang mit WeChat für alle US-Unternehmen und US-Bürger als illegal gelten. Analysten sollen jetzt nach Angaben der Tageszeitung South China Morning Post [Seite auf Englisch] davon ausgehen, dass dies den in US-Regie betriebenen Casinos in Macau schaden könne.

Reporter Andrew Feinberg twitterte:

INBOX: @realDonaldTrump hat eine Verordnung zum Verbot von TikTok innerhalb von 45 Tagen unterzeichnet.

In zahlreichen Medien sowie in dem obigen Tweet könnte die Allgemeinheit von einem generellen Verbot von TikTok ausgehen. Die Verfügung Trumps beinhaltet allerdings nur die strafrechtliche Verfolgung im Falle finanzieller Transaktionen mit der App.

Dies ließe sich mit dem „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act“ (UIGEA) aus dem Jahre 2006 vergleichen, das den US-Finanzinstituten untersagte, Transaktionen mit Online-Glücksspiel-Anbietern zu verarbeiten.

Es hatte jedoch den Anschein, dass das Online-Glücksspiel generell verboten sei, woraufhin sich zahlreiche Online-Casinos vom US-Markt zurückzogen.

Trumps Entscheidung gut für China, schlecht für die USA?

Wenn die Verfügung am 20. September 2020 in Kraft trete, seien allerdings auch große Glücksspielkonzerne wie Wynn Resorts, MGM Resorts International und Las Vegas Sands von der Nutzung der App für Marketingzwecke ausgeschlossen, betonen die Experten.

Dies führe schlussendlich zu einer erheblichen Störung der werblichen Kommunikation mit den Kunden vom chinesischen Festland und zu einem großen Vorteil für die Konkurrenzunternehmen Melco Resorts, SJM Holdings und Galaxy, betonte Carlos Lobo, ein in Macau ansässiger Anwalt bei Weir and Associates:

Die chinesischen Touristen auf dem Festland werden es vorziehen, zu Melco, Studio City, SJM oder Galaxy zu fahren anstatt zu Sands, MGM oder Wynn. Dies hat eine toxische Wirkung auf den Wettbewerb, die sich letztendlich negativ auf die US-Casino-Betreiber auswirkt.

Ben Lee, Managing Partner bei IGamiX, stellte fest, dass es ohne WeChat so gut wie unmöglich sei, in China zu werben. Die Casinos dürften auf dem chinesischen Festland keine Werbung schalten. Daher verwendeten ihre Marketing-Hosts soziale Apps, um ihre Kunden zu kontaktieren und Werbeaktionen zu kommunizieren.

WeChat Pay sei außerdem eine sehr beliebte Zahlungsoption in China, so Lee. Die Verfügung des Präsidenten könnte nun für Unsicherheit in der US-Glücksspiel-Branche sorgen, zumal die Betreiber-Lizenzen 2022 ausliefen. China könnte sich möglicherweise gegen die weitere Lizenzierung der US-betriebenen Spielstätten entscheiden.