SBC Summit Barcelona Digital: Innovations­schub für Sportwetten

Veröffentlicht am: 9. September 2020, 10:12 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. September 2020, 10:57 Uhr.

Der SBC Summit Barcelona Digital, der vom 8. bis zum 11. September online durchgeführt wird, ist gestern mit einem Keynote-Vortrag gestartet. In ihm sprachen Sportradar-Gründer Carsten Koerl und der CEO von DraftKings, Jason Robins, über die Zukunft der Sportwetten.

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Im Keynote-Vortrag des SBC Summit Barcelona Digital stand die technische Transformation des Sportwetten-Sektors im Fokus. (Bild: Pixabay/Gerd Altmann)

Koerl begann den Keynote-Vortrag mit einer Beschreibung der Reaktion seines Sportwetten-Unternehmens auf die COVID-19-Pandemie. Innerhalb von nur zwei Tagen habe Sportradar einen Großteil der normalen der Live-Spiele verloren und damit seinen „Treibstoff“ für das Unternehmensangebot. Stattdessen habe das Unternehmen nach Alternativen wie koreanischem Tischtennis suchen müssen und so das Angebot wieder erhöhen können. Er erklärte:

Ohne Spiele muss man verdammt kreativ werden. Wir sind von 20.000 Spielen monatlich während der Krise auf 70.000 Spiele im Juli gestiegen. Wir haben die Anzahl der Live-Spiele innerhalb der Krise ohne normalen Content verdreifach und das war für uns der Schlüssel für den Erfolg in dieser Zeit.

Ein Fokus habe während dieser Zeit auch auf neuen digitalen Strukturen und Kanälen gelegen. Er habe während seiner 25-jährigen Tätigkeit noch nie eine derart „aggressive Expansion in Richtung neuer Technologien“ gesehen.

Jeder Medieninhaber, jeder Betreiber und jedes Regierungsorgan habe versucht, digitale Dienste zu nutzen, um mit seinen Kunden und seinem Publikum in Kontakt zu bleiben. Eine Rückkehr zur Normalität, wie es sie vor Corona gegeben habe, halte er nicht für vorstellbar.

Keine Rückkehr zur „Normalität“ in Sicht

COVID sei laut Koerl als längerfristiges Phänomen zu betrachten, bei dem es in Zyklen immer wieder zu Abschaltungen kommen könne. Er sehe die Menschen nicht wie vor der Coronakrise in die Stadien zurückkehren. Sportradar sehe vielmehr eine große Chance darin, sich dieser Veränderung anzupassen. Das Schlagwort laute hierbei Personalisierung.

Auch Jason Robins führte aus, dass die Coronakrise eine transformative Wirkung auf den Sportwettenmarkt habe. Ohne die hohe Gewichtung der Sportereignisse im Fernsehen sei seinem Unternehmen mehr Raum geblieben, sich auf das zu konzentrieren, was als nächstes komme.

DraftKings habe sich der Frage gestellt, wie man sicherstellen könne, mit den Kunden in Kontakt zu bleiben, wenn es keine traditionellen Sportereignisse im Fernsehen gebe. Schnell habe das Unternehmen Streaming-Angebote in seine Plattform integriert.

Das wirtschaftlich gut aufgestellte Fantasy-Sports- und Sportwetten-Anbieter könne zudem nicht ignorieren, welche sozialen Veränderungen das Virus in den USA verursacht habe.

Es gibt eine Menge Verwüstungen auf der ganzen Welt und wir sind in einer glücklichen Lage. Wir haben uns entschlossen, uns verstärkt auf das Zurückgeben zu konzentrieren und Millionen von Dollar für Covid-Hilfsprogramme zu spenden.

Koerl sieht angesichts der radikalen Veränderungen die Regierungen in der Pflicht. Sie seien gezwungen, ihre Steuerpolitik zu überdenken und Sportwetten endlich auf die „globale Regulierungsagenda“ zu setzen.