Sachsen: Lotto lässt die Kassen klingeln

Veröffentlicht am: 31. Januar 2019, 02:09 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 31. Januar 2019, 02:09 Uhr.

Die Popularität des Lottos steigt wieder an: Die Sächsische Lotto-GmbH, das SACHSENLOTTO, veröffentlichte am Mittwoch ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 2018.

Sachsenlotto auf Pferderennbahn
SACHSENLOTTO ist mit seiner Werbung auch auf der Pferderennbahn in Leipzig präsent. (Quelle: Flickr)

Wie der Lottoanbieter in Leipzig bekannt gab, investierten die Bürger Sachsens 2018 ganze 307.9 Millionen Euro in Lotterien und staatliche Wettangebote. Dies sind knapp 9 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. Der Pro Kopf-Einsatz betrug 75.44 Euro.

Insgesamt schüttete SACHSENLOTTO eine Gewinnsumme von 152 Millionen Euro aus. Dies sei eine Steigerung von 3.2 % im Vergleich zum Jahr 2017.

Größter Glückspilz des Freistaates war 2018 ein Spieler aus dem Erzgebirge, der sich über einen Lotto-Jackpot-Gewinn von 15.5 Millionen Euro freuen durfte.

Eurojackpot, LOTTO 6aus49 und Rubbellose sorgen für Gewinne

Besonders lukrativ sei der Eurojackpot für das Unternehmen gewesen. Allein die europäische Lotterie habe in Sachsen einen Umsatz von 49 Millionen Euro generiert und in der Sparte für einen Gewinnzuwachs von 62 % gesorgt.

Dass der Eurojackpot in Sachsen so beliebt ist, könnte mit der medialen Präsentation der Lotterie zu tun haben. Lokale Fernsehsender in Chemnitz, Leipzig und Dresden übertragen die Ziehungen seit Sommer 2018 jeweils freitags ab 21.00 Uhr live. Dies ermöglicht Spielern, bei jeder einrollenden Lottokugel in Echtzeit mitzufiebern.

Insgesamt dreimal sei die Eurojackpot-Höchstgrenze von 90 Millionen Euro erreicht worden. Der Höchstgewinn von 590.011 Euro ging im vergangenen Jahr nach Nordsachsen.

Das Unternehmen SACHSENLOTTO

LOTTOSACHSEN ist ein Unternehmen, welches bereits seit 1990 die sächsische Staatslotterie und das staatliche Sportwettenangebot organisiert.

Die GmbH sitzt in Leipzig und ging aus dem VEB Lottobetrieb der DDR hervor. LOTTOSACHSEN bietet neben der Lotterie „6aus49“ auch den Eurojackpot, das Spiel 77 und die Super 6-Ziehung an. Bei ODDSET und Toto können Spieler auf Sportereignisse wetten.

Auch der Klassiker LOTTO 6aus49 konnte sich 2018 als Umsatzmaschine behaupten. LOTTOSACHSEN nahm in der Kategorie 53.8 Millionen Spielaufträge an, deren Einsatz sich im Durschnitt auf 5.72 Euro belief.

Siegfried Schenek, Chef von LOTTOSACHSEN, gab sich im Anbetracht der Zahlen zufrieden:

„Die Ergebnisse des Jahres zeigen, dass die klassischen Produkte bei den Kunden beliebt sind. LOTTO 6aus49 hat mit 162,7 Millionen Euro und damit mit 52,9 % den höchsten An‐ teil am Spieleinsatz (…). Es zeigt sich auch, dass jüngere Lotterien im Kommen sind.“

Für klingelnde Kassen sorgten zudem die Rubbellose.

Sächsische Spieler gaben im Jahr 2018 satte 26.8 Millionen Euro für die Lotterielose aus. Sie bescherten SACHSENLOTTO ein Gewinnplus von 17.5 % im Vergleich zu Vorjahreszeitraum. Ihr Anteil am Gesamtspieleinsatz der Sachsen betrug 8.7 %.

118 Millionen Euro für den guten Zweck

Über die gesteigerten Umsätze aus dem Lottobetrieb freuen sich sowohl Betreiber als auch der sächsische Fiskus. SACHSENLOTTO wird 118 Millionen Euro an Steuern und Abgaben an den Freistaat Sachsen zahlen, die zur Finanzierung des Staatshaushalts beitragen.

Die Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel kommen ganz konkreten Zwecken zugute. So werden Laut sächsischem Doppelhaushalt 2019/2020 11.75 Millionen Euro in die Nachwuchssportförderung investiert. Weitere 8.1 Millionen Euro sollen der Suchtprävention und Suchthilfe zugutekommen. 3 Millionen Euro sollen Musikschulprojekte erhalten.

Der Trend geht zum Online-Lotto

Wie aus dem Jahresbericht hervorgeht, setzt das Unternehmen 2019 voll auf die Erweiterung seiner Betriebswege via mobiler Anwendungen. 5.7 Millionen Euro wolle die Firma im laufenden Jahr in ein App-Projekt und eine technische Erweiterung der digitalen Annahmestellenanbindung investieren.

Dies überrascht kaum, schließlich hat SACHSENLOTTO über seine Website im Jahre 2018 15.6 Millionen Euro eingenommen. Die entspricht einer Umsatzzunahme von 31.3 % im Vergleich zum Jahr 2017.

Auch andere Lottotanbieter verkünden Umsatzzuwachs

Rubbellos und Chip
Die Sachsen rubbeln gerne. (Quelle: Flickr)

Während die sächsischen Lottoanbieter jubeln, können auch die Lottobetreiber in anderen Bundesländern etwas aufatmen.

Wie wir vor Kurzem berichteten, gab das Unternehmen WestLotto aus Nordrhein-Westfalen nach einem desaströsen 2017 erstmals wieder positive Zahlen bekannt. Insgesamt setzte das Unternehmen 2018 1.62 Milliarden Euro um. Eine Steigerung von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gute Zahlen wurden unterdessen auch aus Baden-Württemberg gemeldet. Im südwestlichen Bundesland beliefen sich die Spieleinsätze im Jahre 2018 auf 987.6 Millionen Euro. Dies stellt ein Umsatzwachstum von 5.8 % dar. Das positive Geschäftsjahr erklärte das Unternehmen Lotto Baden-Württemberg vor allem mit den großen Jackpots, die viele Spieler in die Annahmestellen gelockt hätten.

Wie in Sachsen, profitiert auch hier die Allgemeinheit von den höheren Spieleinsätzen. Von insgesamt 372,4 Millionen Euro, die der Lotteriebetreiber in Form von Steuern und Abgaben an das Bundesland überweist, gehen 132.4 Millionen Euro an sogenannte Wettmittelfonds.

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