Lotto-Gewinnerin Callie Rogers hat ihren gesamten Millionengewinn verjubelt

Veröffentlicht am: 21. August 2018, 12:42 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 21. August 2018, 12:54 Uhr.

Callie Rogers aus der nordenglischen Provinz Cumbria in Großbritannien war im Jahre 2003 erst 16 Jahre alt, als sie 1,9 Millionen Pfund Sterling (2,6 Millionen Euro) im Lotto gewann. Heute ist sie 31 und das Geld ist weg.

Callie Rogers
Callie Rogers gewann mit 16 einen Millionengewinn. (Bildquelle: cumberlandnews.co.uk)

Die Familienverhältnisse, in denen Callie aufwuchs, könnten als schwierig bezeichnet werden. Als sie noch klein war, trennten sich ihre Eltern und ihre Mutter verfiel daraufhin dem Alkohol. Aus diesem Grunde wurde sie in einer Pflegefamilie untergebracht.

Ihre Pflegeeltern Brian und Sheila Holmes, die Callie sehr liebte, boten ihr ein stabiles Umfeld. Völlig unerwartet kam in dieser Phase ihres Lebens der große Geldsegen, auf den sie nicht vorbereitet war.

Was machte sie mit so viel Geld?

Callie Rogers
Callie Rogers gab ihr Geld für Drogen, Autos und Brust-OP aus. (Bildquelle: instagram.com)

Während die deutsche Lottogesellschaft ihren Gewinnern rät, ihre Identität nicht zu offenbaren, ist ein Mega-Gewinn in Großbritannien ein großes Medien-Event.

Die Gewinner werden abgelichtet, die Fotos werden veröffentlicht und die Lotto-Millionäre geben Interviews. So ist es nicht auszuschließen, dass auch Freunde, Bekannte und Familienangehörige versuchen, einen Teil vom Kuchen zu erhalten.

Gleich nachdem sie von ihrem Gewinn erfahren hatte, kündigte sie ihren Job in einem Supermarkt. Callie begann, das Geld auszugeben und kaufte Häuser für sich selbst, aber auch für ihre Mutter und die Großeltern.

Hinzu kamen mehrere teure Autos für ihre Freunde, die jedoch nach Erhalt des teuren Geschenks das Interesse an ihr verloren und plötzlich verschwanden. Insgesamt soll sie allein in diese Aufmerksamkeiten 118.000 Pfund Sterling investiert haben.

Es folgte der Erwerb teurer Designerkleidung, Make-up und Tattoos. Darüber hinaus soll sie für 85.000 Britische Pfund einen teuren Sportwagen erworben und eine Viertelmillion für Drogen ausgegeben haben.

Viel Geld schafft falsche Freunde

Callie genoss ihren Reichtum auch, indem sie große Reisen unternahm, nach Mexiko und zu Euro Disney. Freunden und Familienmitgliedern lieh sie rund 190.000 Pfund Sterling, erhielt das Geld aber niemals zurück.

Callie erinnert sich an mehrere Szenarien:

„Ich erinnere mich, dass ich mit Leuten beim Trinken zusammensaß und alle haben meine Kreditkarte genommen, um sich MacBooks zu kaufen. […] Ich habe Häuser gekauft, als ich nicht die geringste Ahnung davon hatte, welche Pflichten damit verbunden sind. Ich wusste weder, wie man eine Rechnung bezahlt, noch was eine Gemeindesteuer ist.“

Als sie schließlich ihren damaligen Freund Nicky Lawson kennenlernte, geriet ihr Leben vollständig aus den Fugen. Irgendwann waren nur noch 2.000 Pfund Sterling auf dem Bankkonto.

Kein Geld für den behinderten Sohn

Heute bereut Callie [Seite auf Englisch], dass von dem Gewinn nichts mehr übrig ist, denn sie hätte es benötigt, um ihrem behinderten Sohn eine adäquate Behandlung zukommen zu lassen.

Callie Rogers heute
Callie Rogers bereut heute die unbedachten Ausgaben. (Bildquelle: metro.co.uk)

Blake ist sechs Jahre als und leidet an einer Zelebralparese, die bei der Geburt aufgrund von Sauerstoffmangel verursacht wurde.

Das hatte zur Folge, dass die Sensomotorik und der Bewegungsapparat des Kindes stark beeinträchtigt sind. Blake ist auf fremde Hilfe angewiesen und muss rund um die Uhr betreut werden.

Callie ist vierfache Mutter und arbeitet als Pflegerin. Sie lebt mit ihren Kindern Blake und Georgia in einem kleinen Haus in Cumbria, die anderen beiden Kinder leben bei ihrem Vater.

Sie müsse nun zwar hart arbeiten, um ihre kleine Familie zu versorgen, sei aber glücklicher als damals, als sie noch das viele Geld hatte.

Warum Jugendliche das Geld nicht ausgezahlt bekommen sollten

Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ist Callie der Meinung, dass es Änderungen im britischen Lottospiel geben solle. Vor allem Jugendlichen dürfe so viel Geld nicht ausgezahlt werden, da sie sie in diesem Alter noch nicht darauf vorbereitet seien.

In Deutschland müssen Lottospieler 18 Jahre alt sein, in Großbritannien dürfe man bereits mit 16 spielen, sagte sie. Sie würde sogar soweit gehen, dass unter 21-Jährige einen Gewinn in dieser Höhe nicht erhalten sollten.

Die deutsche Lottozentrale berät frischgebackene Lottomillionäre

Anders als in Großbritannien verhält es sich in Deutschland, wenn ein Spieler einen Millionengewinn generiert. Hier verzichtet die Lottozentrale auf ein großes Medienspektakel, der Gewinner kann auf Wunsch auch anonym bleiben.

Tobias Just, Pressesprecher von Lotto Rheinland-Pfalz, empfiehlt:

“Je weniger von dem Gewinn wissen, desto besser ist es. Den eigenen Kindern sollte man ebenfalls nichts erzählen, da der Lottogewinn sonst leicht die Runde in der Schule oder im Kindergarten machen könnte.”

Sollten die Mitmenschen des sozialen Umfelds dennoch von einem Gewinn erfahren haben, rät Just, den Gewinn zwar nicht zu leugnen, aber zu untertreiben. Der Gewinner könne sagen, man habe statt eines Millionengewinns nur 10.000 Euro gewonnen. So könne auch der Erwerb eines neuen Autos erklärt werden. Das sei der beste Umgang mit Bittstellern und Neidern.

Am wichtigsten sei es aber, einen kühlen Kopf zu bewahren, den Job nicht gleich zu kündigen und sich nicht sofort alle Wünsche zu erfüllen.