Responsible Gambling Week startet in Großbritannien

Veröffentlicht am: 1. November 2018, 03:13 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. November 2018, 03:13 Uhr.

Am heutigen Donnerstag startet im gesamten Vereinigten Königreich eine groß angelegte Kampagne, um auf verantwortungsvolles Glücksspiel aufmerksam zu machen. Während der Responsible Gambling Week werden an verschiedenen Veranstaltungsorten im ganzen Land Aufklärungsevents abgehalten.

Responsible Gambling Week Kampagne Casino Aspers
Responsible Gambling Week, Aspers Casino Westfield Stratford. (Bild: responsiblegamblingweek)

Eine Kampagne zieht durchs Land

Glücksspiel ist in kaum einem europäischen Land so allgegenwärtig wie in Großbritannien und während die UK Gambling Commission für Regulierungen und ordnungsgemäße Abläufe sorgt, gibt es zahlreiche weitere Institutionen, die sich mit dem Thema des legalen und sicheren Glücksspiels beschäftigen.

Doch gerade wegen seiner Omnipräsenz im Land wurde das Glücksspiel insbesondere in diesem Jahr heftig kritisiert. So wurden Beschwerden darüber laut, dass der Großteil der Premier League Teams durch Sponsoring für Wettanbieter wirbt und insbesondere Kinder und Jugendliche durch massive Werbung zu viel mit dem Thema in Kontakt kommen.

Vom 1. bis zum 7. November 2018 findet daher die Aufklärungskampagne der Responsible Gambling Week statt. Diese soll genau an den Kritikpunkten ansetzen und in vollem Umfang darüber unterrichten, worauf es beim verantwortungsbewussten Spielen ankommt und wo eben die Grenzen liegen.

In der Kurzfassung liest sich auf der Eventswebsite [Seite auf Englisch]:

Beim verantwortungsvollen Glücksspiel geht es darum, die Aktivität als Spaß oder soziales Event zu betrachten und nicht als eine Investition oder eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Glücksspiel ist keine Lösung für finanzielle Probleme und kein Heilmittel für Trauer, Stress oder Frustration. Diese Gefühle werden sich sehr wahrscheinlich nur verstärken, wenn Sie das Spielen auf deren Grundlage beginnen.

Auch einige konkrete Tipps für die Umsetzung verantwortungsvollen Spielverhaltens werden hier gegeben:

Informieren Sie sich über die Gewinnchancen des jeweiligen Spiels und lesen Sie die Regeln, denn nur so können Sie eine bewusste Entscheidung treffen. Akzeptieren Sie, dass der Verlust genauso dazu gehört wie der Gewinn und dass nur Sie entscheiden können, ob Sie spielen oder nicht. Setzen Sie sich klare Grenzen und halten Sie sich an diese […] Beziehen Sie andere Personen mit ein. […] Regelmäßige Pausen können ebenfalls hilfreich sein.

Events in fünf Städten

Während der Woche werden in fünf Städten mehrstündige Events abgehalten. Zu den Veranstaltungsorten zählen die Städte London, Birmingham, Leeds, Bristol und  Hull. Das Leitthema aller Veranstaltungen ist dabei das Erkennen und Verhindern problematischen Spielverhaltens.

Die jeweiligen Veranstalter klären dabei über die aktuelle Lage bezüglich Problemspielern in Großbritannien auf und erläutern, was man als Spieler tun kann, um selbst nicht zur Risikogruppe zu gehören und wie man sein Spielverhalten voll unter Kontrolle behalten kann.

In jeder der Städte gibt es individuelle Sonderevents, wie beispielsweise eine Extra Trainingssession für Jugendliche in Leeds, welche von der Wohltätigkeitsorganisation Young Gamblers Education Trust (YGAM) organisiert wird.

Die YGAM ist eine britische Organisation, welche sich spezifisch an Minderjährige wendet und im gesamten Land mit Lehrern, Jugendarbeitern und Tätigen des Gesundheitswesens zusammenarbeitet. Ziel der Organisation ist es, Jugendliche auf die Gefahren des Glücksspiels aufmerksam zu machen und das Spielen von Minderjährigen grundsätzlich zu verhindern. Interessenten können sich zu Workshops zur Weiterbildung anmelden und das erlernte Wissen dann bei der eigenen Arbeit mit Jugendlichen anwenden.

Doch es geht nicht nur um Prävention, denn die Woche dient auch dazu, Problemspieler auf die verschiedenen Hilfsangebote, die es in Großbritannien gibt, aufmerksam zu machen. Menschen, die ihr Spielverhalten bereits als problematisch ansehen, können sich diskret an die Veranstalter wenden und auf freiwilliger Basis an entsprechende Hilfsorganisationen weitervermittelt werden.

Um an den jeweiligen Veranstaltungen teilzunehmen, müssen Interessenten über die Website des Projektes einen festen Platz buchen. Alle Events sind jedoch völlig kostenfrei und werden durch Spenden der verschiedenen Träger finanziert.

Umfangreicher Support auf allen Ebenen

An der Kampagne beteiligen sich zahlreiche bekannte Organisationen, Spielentwickler und Online und Offline Casinos. Darunter befinden sich namhafte Hersteller wie NetEnt, Microgaming, Playtech oder IGT, welche jeweils auf ihren Websites auf die Kampagne aufmerksam machen.

Microgaming Responsible Gambling Week
Softwarehersteller Microgaming wirbt für die Kampagne (Bild: Microgaming)

Aber auch einige der beliebtesten Online Casinos verlinken aktuell auf ihren Plattformen zur Informationsseite der Aufklärungswoche. Einige der Spielbanken und Wettanbieter sind Bet365, bwin, LeoVegas, Casumo, Paddy Power und William Hill.

Um möglichst viele Menschen auf die Woche aufmerksam zu machen, bewerben sämtliche Unterstützer die Kampagne auch über ihre jeweiligen Facebook und Twitter Seiten.

Groß vertreten sind die gesamte Woche über bei jeder der Veranstaltungen auch die Wohltätigkeits-Partner GambleAware und GamCare. Beide Organisationen sind international bekannt und arbeiten seit vielen Jahren mit zahlreichen Spielbanken zusammen. Neben Aufklärung über verantwortungsvolles Glücksspiel und Spielsuchtprävention bieten beide konkrete Hilfsprojekte für Problemspieler an.

Die IGRG als Mutter der Kampagne

Ins Leben gerufen wurde die aktuelle Event-Woche für verantwortungsvolles Glücksspiel von der Industry Group for Responsible Gambling. Die IGRG ist ein Bündnis aus fünf verschiedenen Vereinen, die gemeinsam alle Sektoren der Glücksspielindustrie repräsentieren.

Association of British Bookmakers (ABB):

Die ABB repräsentiert 80 % aller offline Wettbüros in ganz Großbritannien, vertritt deren Interessen und sorgt für Klarheit in Bezug auf etwaige Gesetzesänderungen. Mitglieder sind beispielsweise William Hill, Ladbrokes, Gala Coral und Paddy Power.

British Amusement Catering Trade Association (Bacta):

Die Bacta unterstützt die Entwickler und Betreiber von Glücksspielprodukten in landbasierten Spielotheken und anderen Spielstätten. Der Verein fokussiert sich dabei auf das Glücksspiel im Tourismus und investiert in Attraktionen und Küstenstädte.

Bingo Association (BA):

Die BA repräsentiert seit 1998 die gesamte Bingo-Branche in Großbritannien und arbeitet sowohl auf lokaler Ebene mit Clubs und Betreibern zusammen als auch auf politischer Ebene mit Regulierungsbehörden und Organisationen zum Spielerschutz.

National Casino Forum (NCF):

National Casino Forum NCF
National Casino Forum wichtiger Partner der IGRG (Bild: Nationalcasinoforum)

Das NCF unterstützt landbasierte Spielbanken und setzt sich für das regulierte, verantwortungsvolle und wirtschaftlich nachhaltige Glücksspiel ein. Dabei arbeitet der Verein auch an der Modernisierung von Casinos und innovativen Strategien.

Remote Gambling Association (RGA):

Die RGA ist der größte Repräsentant von Online Casinos und beschäftigt sich seit 2005 mit den Themen Regulierung, Steuern und Spielerschutz in der Welt des Online Glücksspiels. Ein Schwerpunkt des Vereins ist die Handhabung von Kundenbeschwerden.

Die verschiedenen Vereine zusammen repräsentieren insgesamt 640 Glücksspielanbieter und 8.500 lizenzierte Spielstätten. Die Mitgliedschaft bei den jeweiligen Organisationen ist für alle Betreiber und Hersteller von Glücksspielprodukten freiwillig.

Die IGRG genießt landesweit ein sehr gutes Ansehen und die Aufklärungswoche erhielt bereits im Vorjahr großen Zuspruch. Es ist daher damit zu rechnen, dass es in dieser Woche zu einem großen Besucherandrang kommen wird und dass die Kampagne wieder mit vollem Erfolg abgeschlossen wird.

Durch regelmäßige Aktionen wie diese versucht Großbritannien, ein wichtiges Gleichgewicht zu schaffen, um das regulierte Glücksspiel noch sicherer und nachhaltiger für alle Beteiligten zu machen.