GambleAware: Gewinnspiele wie Omaze normalisieren riskantes Verhalten
Posted on: 11/09/2025, 12:19h.
Last updated on: 11/09/2025, 12:19h.
- Laut GambleAware sollen Gewinnspiele wie Omaze und McDonald’s Monopoly Spielsucht anheizen.
- YouGov-Umfrage zeigt, dass bis zu 2,6 Mio. Erwachsene in Großbritannien von problematischem Glücksspiel betroffen sind.
- Forderung nach strengeren Werberegeln und Schutz von Kindern und Jugendlichen.
Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der britischen Hilfsorganisation GambleAware zeigt alarmierende Zahlen. Demnach sind rund 2,6 Millionen Erwachsene im Vereinigten Königreich von problematischem Glücksspiel betroffen; ein Anstieg gegenüber den Vorjahren. Populäre Gewinnspiele wie Omaze oder McDonald’s Monopoly sind zwar nicht als Glücksspiel reguliert, weisen aber viele Parallelen auf.

GambleAware weist darauf hin, dass Gewinnspiele zunehmend wie Glücksspiel funktionieren. Sie fördern ähnliche Verhaltensmuster, ohne denselben gesetzlichen Kontrollen zu unterliegen. Laut der Umfrage weisen 27 Prozent der befragten Glücksspieler ein Risiko für problematisches Verhalten auf. Schätzungen zufolge könnten zudem bis zu zwei Millionen Kinder in Haushalten leben, die durch Spielsucht belastet sind.
Von 2020 bis 2024 stieg der Anteil problematischer Spieler von 2,4 auf 3,8 Prozent. Auch die Zahl der Menschen, die unter den Folgen der Spielsucht von Angehörigen leiden, nahm deutlich zu. Mittlerweile sind etwa 4,3 Millionen Erwachsene betroffen.
Kate Gosschalk, Associate Director bei YouGov, präsentierte die Ergebnisse der aktuellen jährlichen Treatment and Support Survey. Grundlage waren eine Online-Befragung von rund 18.000 Personen sowie ergänzende Interviews mit Glücksspielern.
Die neuen Daten liefern wertvolle Einblicke in die Schäden durch Glücksspiel, darunter einen Anstieg der Menschen, die in den vergangenen fünf Jahren Unterstützung oder Behandlung gesucht haben.
Besonders kritisch sei die Normalisierung von Glücksspiel unter jungen Menschen. Gewinnspiele, die massenhaft beworben werden, schaffen laut Experten eine Kultur, in der riskantes Verhalten als harmloser Spaß wahrgenommen wird. Damit wachse die Gefahr, dass Jugendliche schon früh den Einstieg in problematische Muster finden.
Appelle für strengere Glücksspielregeln
Die Hilfsorganisation fordert daher ein entschiedeneres Vorgehen von Politik und Regulierungsbehörden. Dazu zählen verpflichtende Warnhinweise auf Werbung, strengere Kontrollen in sozialen Medien sowie ein vollständiges Verbot von Glücksspielwerbung in Stadien und Sportstätten. Eine breite Mehrheit der Bevölkerung unterstützt diese Forderungen. Laut Umfrage sprechen sich über 90 Prozent für Werbeverbote im Fernsehen, in Videospielen und auf Social-Media-Plattformen aus.
Zoe Osmond, Geschäftsführerin von GambleAware, warnte vor einer wachsenden stillen Epidemie. Immer mehr junge Erwachsene seien von Spielsucht betroffen, während Anbieter mit aggressivem Marketing weiter expandierten. Online-Plattformen und Apps machten es besonders leicht, spontane Einsätze zu tätigen und dies mit hohem Suchtpotenzial.
Wir sind zunehmend alarmiert darüber, wie sehr Glücksspiel normalisiert wird und wie häufig besonders junge Menschen in ganz Großbritannien damit in Kontakt kommen. Um diesen besorgniserregenden Trend umzukehren, sind dringend vorbeugende Maßnahmen notwendig. Dazu gehören strengere Regeln für Glücksspielwerbung, damit Glücksspiel nicht länger als harmloser Spaß dargestellt wird.
Parallel dazu steigt die Nachfrage nach Unterstützung. Fast ein Drittel der Risikospieler gibt inzwischen an, Beratung oder Behandlung in Anspruch nehmen zu wollen. 2020 lag dieser Wert noch bei 17 Prozent. Hilfsorganisationen verzeichnen zudem deutlich mehr Anrufe bei Hotlines und Beratungsstellen.
Omaze selbst reagierte mit dem Hinweis, man halte sich an geltende Standards und habe freiwillige Schutzmechanismen eingeführt. Dazu gehören monatliche Einzahlungslimits sowie eine Überwachung von Ausgabemustern. Zudem arbeite das Unternehmen mit Behörden an einem freiwilligen Verhaltenskodex.
Ob diese Maßnahmen ausreichen, bleibt umstritten. Fachleute sehen die Politik in der Pflicht, klare gesetzliche Vorgaben für Gewinnspiele zu schaffen, die Glücksspiel-ähnliche Strukturen nutzen.
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