Kanalisierung beim Online-Glücksspiel in Schweden gesunken
Posted on: 02/09/2025, 04:38h.
Last updated on: 02/09/2025, 08:12h.
- In Schweden lag die Kanalisierung beim Online-Glücksspiel 2024 bei 85 %.
- Im Vorjahr hatte Glücksspielbehörde Spelinspektionen noch 86 % gemessen.
- Glücksspielverband fordert Reformen und weniger Regulierung.
Beim Online-Glücksspiel ist die Kanalisierung in Schweden im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Nach neuesten Daten der Glücksspielbehörde lag der Anteil des legalen Online-Spiels 2024 bei 85 %. Damit sank dieser gegenüber 2023 um 1 %.

Die Angaben sind laut Spelinspektionen nur Schätzwerte. Sie basieren auf einer Umfrage unter Spielern und einer Messung des Internetverkehrs beim Online-Spiel. Dabei stellte sich heraus, dass 96 % der Spieler bei lizenzierten Glücksspielbetreibern aktiv sind.
Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die übrigen 4 % rund 15 % der Umsätze auf sich vereinen. Das deutet darauf hin, dass gerade Vielspieler und damit häufig auch Menschen mit problematischem Spielverhalten bei den illegalen Konkurrenten zocken.
Der legale Online-Glücksspielmarkt kam 2024 auf Bruttospielerträge von rund 27,8 Mrd. SEK (2,53 Mrd. Euro). Somit generieren Schwarzmarktanbieter trotz Verboten und Netzsperren weiterhin Milliardenumsätze in dem skandinavischen Land.
Die Kanalisierungsrate ist in Schweden nicht über alle Glücksspielbereiche gleich. Mit geschätzten 92 bis 96 % ist sie nach Einschätzung der Behörde bei Sportwetten vergleichsweise hoch.
Demgegenüber liegt der Anteil legaler Online-Casinos nur zwischen 72 und 82 %. Als Grund dafür gibt Spelinspektionen das größere Schwarzmarktangebot an Online-Slots und das Fehlen von Spielerschutz-Tools wie Einsatz- und Zeitlimits an.
Glücksspielverband fordert Reformen
Die neuen Zahlen werden vom schwedischen Online-Glücksspielverband BOS kritisch beurteilt [Seite auf Englisch]. Zum einen vergleicht der Verband diese mit dem Ergebnis anderer Marktstudien, die lediglich eine Kanalisierung von unter 75 % feststellen. Hinzukommt laut BOS die Diskrepanz zum staatlich ausgegebenen Ziel eines legalen Glücksspielanteils von mindestens 90 %.
Angesichts der Daten erklärt BOS-Generalsekretär Gustaf Hoffstedt:
Mit dieser Einschätzung bestätigt die Behörde, dass das größte Problem Schwedens auf dem Glücksspielmarkt Online-Casinos sind. Es ist inakzeptabel, dass rund ein Viertel aller Online-Casino-Glücksspiele aus dem lizenzierten Markt abwandern.
Ebenso inakzeptabel sei es, dass dies seit Jahren von politischen Entscheidungsträgern hingenommen werde, ohne dass wirksame Regulierungsmaßnahmen ergriffen würden. Es seien Reformen nötig, um den legalen Markt zu stärken. Dazu zählt laut BOS eine Prüfung des Verbots von Boni und anderen Treueprogrammen. Auch über die Verschärfung der Strafen für illegales Glücksspiel müsse nachgedacht werden.
Trotz aller Kritik scheint das Land bei der Kanalisierung insgesamt auf einem guten Weg. 2019 hatte die Rate noch bei unter 50 % gelegen.
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