Milliarden-Lotto-Gewinn in den USA nicht abgeholt

Veröffentlicht am: 25. Februar 2019, 12:19 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 25. Februar 2019, 12:50 Uhr.

Ein Mega Millions Jackpot in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar und damit der zweitgrößte Lotto-Gewinn der Geschichte der USA wurde bisher noch nicht abgeholt. Die Gewinnzahlen wurden vor vier Monaten gezogen.

Mega Millions Lotterie
Ein Mega Millions Gewinn in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar ist bisher noch nicht abgeholt worden. (Bild: Flickr/Sam Saunders)

Der Gewinnschein mit den Gewinnzahlen 5, 28, 62, 65, 70 und der Mega Ball Zahl 5 wurde in einem Lebensmittelgeschäft in Simpsonville in South Carolina gekauft. Das Los wurde zwischen dem 20. Oktober und der Auslosung am 23. Oktober 2018 erworben.

Der Gewinner hat noch bis zum 19. April 2019 Zeit, seinen Gewinn abzuholen. Sollte er ihn bis dahin nicht für sich beansprucht haben, wird der Preis in Höhe von umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro zwischen den Staaten aufgeteilt, in denen die Lotterie „Mega Millions“ angeboten wird.

Mega Millions

Die Mega Millions ist eine der beliebtesten, US-amerikanischen Multistaaten-Lotterien. Sie wird in 44 US-amerikanischen Staaten, in der Hauptstadt Washington und auf den amerikanischen Jungferninseln angeboten wird.

Die Lotterie wird zweimal wöchentlich, dienstags und freitags, gezogen. Getippt werden bei den Mega Millions fünf Zahlen zwischen eins und 70 sowie der Mega Ball mit Zahlen zwischen eins und 25. Die Wahrscheinlichkeit, den Jackpot zu gewinnen liegt bei 1:248.890.850.

Bundesstaat South Carolina als Verlierer

Sollte der Gewinn nicht abgeholt werden, geht nicht nur der Gewinner mit leeren Händen aus, sondern auch der Bundesstaat South Carolina, denn dieser hätte von den Steuerzahlungen des Gewinners profitiert.

Wie hoch die Steuerzahlungen bei einem Lottogewinn in den USA ausfallen, hängt vom jeweiligen Bundesstaat ab. Grundsätzlich werden bei Gewinnen über 5.000 US-Dollar 25 Prozent Kapitalertragssteuer als Bundessteuer direkt einbehalten. Bei Ausländern gehen sogar 30 Prozent direkt vom Gewinn ab.

Simpsonville in South Carolina, USA
Das Gewinnlos wurde in der US-amerikanischen Stadt Simpsonville gekauft. (Bild: Wikipedia)

Hinzu kommt die Quellensteuer, die an den Bundesstaat zu zahlen ist und deren Höhe in den USA von Bundesstaat zu Bundesstaat variiert. In South Carolina beträgt diese 7 Prozent. Insgesamt könnte South Carolina bei einem Gewinn von 1,5 Milliarden US-Dollar mit einer Steuerzahlung von bis zu rund 60 Millionen US-Dollar rechnen.

Eine große Enttäuschung würde sich, sollte der Gewinn nicht abgeholt werden, sicherlich auch bei dem Besitzer des Geschäftes breit machen, bei dem das Los gekauft wurde. Er würde bei der Abholung einen Bonus von 50.000 US-Dollar erhalten.

CJ Patel, dem das Lebensmittelgeschäft gehört, kam im Jahr 1996 als Einwanderer aus Indien in die USA. Schlief er anfangs noch in den Hinterräumen seines ersten Ladens, besitzt er nun bereits seit mehr als 20 Jahren mehrere Geschäfte in der Umgebung von Simpsonville. Für ihn sei Amerika “das Land der Möglichkeiten” und er würde den Anteil am Gewinn mit seinen Angestellten teilen.

Um wen es sich bei dem Gewinner handeln könnte, wisse jedoch weder er noch sein Angestellter, der am Tag nach der Ziehung schon von Polizeibeamten auf dem Parkplatz erwartet wurde, als er früh morgens zur Arbeit kam. Die Beamten kassierten auch die Bänder der Überwachungskameras des Ladens ein, bevor die Angestellten sie sehen konnten. Damit ist auch für ihn völlig ungewiss, wer der Gewinner sein könnte.

Lottogewinne wie dieser werden oft länger nicht abgeholt, so erklärte der leitende Direktor der Mega Millions Group, Gordon Medenica, der Zeitung The Guardian gegenüber. Seine Erfahrung habe gezeigt, dass Gewinner häufiger erst den Rat von Juristen oder Finanzexperten einholten. Andere entdecken ihren Gewinn eher zufällig.

Unternehmer aus Oberbayern gewann 2,1 Millionen Euro

Am 12. Januar hatte ein Lottospieler in Bayern alle sieben Zahlen auf seinem GlücksSpirale-Los richtig getippt. Seinen Gewinn entdeckte er jedoch erst fünf Wochen später, als er seinen Spielschein erneut abgeben wollte.

Bei der Glücksspirale haben Spieler wöchentlich die Chance, wahlweise einmalig 2,1 Millionen Euro oder eine Sofortrente von 10.000 Euro monatlich zu gewinnen. Die Sofortrente ist dabei auf 20 Jahre befristet.

Der Gewinner aus Bayern, ein Unternehmer in den Sechzigern, hat sich gegen die Sofortrente und für die Sofortauszahlung entschieden und weiß schon jetzt genau, wie er das Geld ausgeben wird:

„Meine Familie und mein Dienstleistungsbetrieb, der uns und unsere Angestellten schon über Jahrzehnte zuverlässig ernährt und den ich von der Pike an selbst aufgebaut habe, bedeuten mir alles. Ich nehme das Geld sofort und nicht die Rente. Damit kann ein Großteil der 2,1 Millionen Euro umgehend in Investitionen zur Modernisierung des Betriebs fließen, wovon wiederum alle profitieren. Es wird jedenfalls keine Badewannen voller Champagner und auch keine Ferraris geben.”

Immer wieder kommt es vor, dass Lottogewinne nicht abgeholt werden, seltener jedoch in dieser Größenordnung. In Hessen wartet derzeit noch ein Lottogewinn von 100.000 Euro auf den Gewinner. In Deutschland hat man bei einem Lottogewinn in der staatlichen Lotterie 13 Wochen Zeit, den Lottogewinn abzuholen.