Perfide Betrugsmaschen mit Gewinnspielen am Telefon

Veröffentlicht am: 9. Juli 2020, 08:24 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. Juli 2020, 06:30 Uhr.

Trickbetrüger sollen sich am Telefon als Mitarbeiter einer Lotteriegesellschaft ausgegeben und versucht haben, einen 79-jährigen Rentner aus Nürnberg um sein Geld zu bringen. Wie das Nachrichtenmagazin Kurier am Mittwoch berichtet hat, sollen die Täter den Mann seit Sommer letzten Jahres regelmäßig angerufen haben, um ihm ein Lotterie-Abonnement zu verkaufen.

Mann, Telefon, Geldscheine
Betrug am Telefon mit Gewinnspielen ist keine Seltenheit. (Symbolbild: pixabay.com)

Zwar sei der Mann nicht auf die Angebote eingegangen, aber die Täter sollen die Gespräche am Telefon so zusammengeschnitten haben, dass es am Ende wie das Zustandekommen eines Vertrags erschienen sei.

Aus den zahlreichen Telefonaten hätten die Täter die Adresse des 79-Jährigen erfahren. Daraufhin hätten sie dem Mann ein Schreiben zugesandt, dem zu entnehmen gewesen sei, dass er ein Lotterie-Abo abgeschlossen habe. Künftig werde ihm monatlich ein Betrag in Höhe von 69 Euro abgezogen.

Der Rentner habe einen Anwalt eingeschaltet, um gegen die Forderung vorzugehen. Dem Rechtsbeistand sei daraufhin eine Audiodatei zugeschickt worden, der die Bestätigung des Auftrags beweisen solle. Allerdings habe es sich dabei um einen Zusammenschnitt mehrerer Telefonate gehandelt.

Besonders wichtig dabei sei die Antwort „Ja“ gewesen sein, die als Antwort auf mehrere Fragen eingefügt worden sei. Nachdem der Mann Strafanzeige erstattet habe, sollen die polizeilichen Ermittlungen ergeben haben, dass die Anrufer aus Callcentern im Ausland operierten.

Glücksspiel-Betrug am Telefon ist kein Einzelfall

Ein weiterer Fall zeigt, dass der versuchte Betrug an dem 79-jährigen Nürnberger kein Einzelfall war. Am Dienstag haben die Medien von einem 84-Jährigen aus Kaufbeuren berichtet, der um 3.500 Euro gebracht worden sei.

In diesem Fall sollen die Täter dem Mann per Telefon einen Gewinn von 84.000 Euro versprochen haben. Um diesen beanspruchen zu können, müsse allerdings eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 3.500 Euro in Form von Gutschein-Codes entrichtet werden. Die Codes habe er telefonisch durchgegeben, nachdem er zum Erwerb der Gutscheine entsprechende Anweisungen erhalten habe.

Die Täter sollen daraufhin weitere Forderungen gestellt haben, was den Rentner habe misstrauisch werden lassen. Der 84-Jährige habe am Montag Anzeige erstattet.

Die Polizei rät:

Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben. Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn zu erhalten. Zahlen Sie keine Gebühren oder wählen teure gebührenpflichtige Rufnummern.

Das Geld sei den Medienberichten zufolge verloren, da die Täter die Gutschein-Codes bereits eingelöst hätten. Die Polizei in Kaufbeuren soll nun in besagtem Fall ermitteln.