Keine Zeit für Quarantäne? – Italiener spielen weiterhin an Slots

Veröffentlicht am: 19. März 2020, 03:38 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 19. März 2020, 04:11 Uhr.

Innerhalb Europas ist Italien das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land und Millionen von Menschen halten sich an die Anweisungen der Regierung, sich möglichst in den eigenen vier Wänden von der Außenwelt abzuschirmen, um das Risiko der Krankheitsverbreitung einzudämmen.

Italienischer Kiosk in Neapel von außen
Glücksspielprodukte in italienischen Kiosks weiterhin genutzt (Bild: Flickr/Eric + F)

Einige hartgesottene Zocker jedoch scheinen die erwünschten Vorsichtsmaßnahmen nicht zu beeindrucken. Laut der „La Difesa Del Popolo“, einer Tageszeitung aus dem norditalienischen Padua [Seite auf Italienisch], nutzen zahlreiche Spieler weiterhin die Glücksspielangebote innerhalb kleiner Kiosks.

Zwar hatte der italienische Ministerpräsident am 11. März ein Dekret erlassen, welches allen Kioskinhabern auferlegt, ihre Spielautomaten vorrübergehen außer Betrieb zu nehmen, doch scheinen sich nicht alle an diese Forderung zu halten.

In einem Pressestatement der Regionalregierung der Lombardei erklärt der Gesundheitsbeauftragte Stefano Bolognini:

Wir haben festgestellt, dass innerhalb einiger Einrichtungen, insbesondere Kiosks, die Glücksspielaktivitäten an Spielautomaten trotz des Coronavirus weiterhin wahrgenommen werden. Abgesehen von der Gefahr, die dieses innerhalb geschlossener Räume darstellt, handelt es sich hierbei um einen klaren Verstoß gegen das vom Präsidenten erlassene Dekret.

Während es allem Anschein nach an der Gesetzesvollstreckung mangelt, um die derzeit verbotenen Glücksspielaktivitäten tatsächlich zu unterbinden, appelliert die Lombardei erneut an den Solidaritätssinn der Menschen.

Nicht nur sollten die Bürger ihre Einkäufe auf das Nötigste beschränken und damit zum Beispiel keine Glücksspielprodukte in Kiosks erwerben, sondern auch einen Verstoß gegen das Dekret bei der örtlichen Polizei melden, falls ein solches beobachtet werde.

Staatliche Glücksspielprodukte noch nicht pausiert

Anders als in Spanien ist der Verkauf staatlicher Glücksspielprodukte, sprich Lottotickets und Rubbellose, fürs Erste weiterhin zulässig. Lediglich vereinzelt haben Städte, darunter Siena und Brescia, den Verkauf von Rubbelkarten vorübergehend untersagt.

In Italien gibt es verschiedene legale Lottoprodukte. Neben der staatlichen Lotterie „Lotteria Italia“ ist vor allem das Lottospiel „SuperEnalotto“, betrieben von dem Mailänder Glücksspielunternehmen SISAL, bei den Italienern sehr beliebt. Hierbei handelt es sich um ein 6 aus 90 Lotto, welches jedoch bereits bei zwei Richtigen Preise ausschüttet.

Die Nationalen Lottoziehungen jedoch sind bisher nicht unterbrochen worden. Lottotickets dürfen weiterhin wie gewohnt in Kiosks erworben und Gewinne abgeholt werden.

Auch Superenalotto führt wie gewohnt dreimal wöchentlich seine Ziehungen durch. Grundsätzlich sind jedoch alle Spieler dazu angehalten, vorzugsweise die Online-Produkte zu erwerben.

Ob das Online-Glücksspiel in Italien somit weiterhin von der landesweiten Quarantäne profitieren wird, bleibt abzuwarten.