Plus 36 %: DSWV warnt vor wachsendem Online-Sportwetten-Schwarzmarkt
Posted on: 27/06/2025, 05:38h.
Last updated on: 27/06/2025, 05:38h.
- In Deutschland nehmen illegale Online-Sportwetten-Anbieter laut DSWV stark zu.
- Der Sportwettenverband stützt sich auf Daten der Glücksspielbehörde GGL.
- Diesen zufolge legte der Schwarzmarkt der Online-Buchmacher 2024 um 36 % zu.
Illegale Anbieter von Online-Sportwetten sind nach Ansicht des Deutschen Sportwettenverbands DSWV ein großes Problem in Deutschland. Der Verband sieht einen „besorgniserregenden Anstieg illegaler Angebote im Bereich der Sportwetten“. Dieser wuchs laut Tätigkeitsbericht 2024 der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) im vergangenen Jahr um 36 %.

Demnach konkurrierten Ende des Jahres 382 illegale Online-Buchmacher mit lizenzierten Anbietern. Von diesen hingegen gab es zum Jahreswechsel lediglich 30 Unternehmen, die 34 Sportwetten-Websites betreiben.
Der DSWV prangt in einer Stellungnahme das krasse Missverhältnis an. Auf Basis der vorgelegten Zahlen liege dieses bei eins zu elf zu Ungunsten des legalen Sektors.
DSWV-Präsident Mathias Dahms betonte:
Diese Entwicklung ist ein Warnsignal. Illegale Anbieter profitieren davon, dass sie ein deutlich breiteres Wettangebot bereitstellen können – insbesondere im Bereich der besonders beliebten Live-Wetten sowie bei der Anzahl der Sportarten und Wettbewerbe, auf die gewettet werden kann.
Dieses Zusatzangebot mache die nicht lizenzierten Websites für viele Nutzer interessant. Deshalb wichen viele von ihnen auf illegalen Seiten aus, so Dahms.
Zweifel an Marktanteil der illegalen Betreiber
Zugleich äußert der DSWV Zweifel an einigen der präsentierten Zahlen. So geht die GGL davon aus, dass 25 % des Gesamtmarktes Online-Glücksspiel auf nicht lizenzierte Anbieter entfallen.
Dies ist nach Ansicht des Verbands zu tief gegriffen. Andere Studien hätten einen Schwarzmarkt-Anteil im Online-Glücksspielbereich von mehr als 50 % zutage gefördert.
Dazu erklärte Dahms:
Der legale Markt ist heute so sicher wie nie – mit umfangreichen Maßnahmen zum Schutz der Spieler. Doch wenn dieser Markt durch Überregulierung an Attraktivität verliert, weichen die Nutzer auf illegale Angebote aus. Nur wer ein seriöses, aber auch attraktives Angebot schafft, kann die Spieler im legalen Markt halten und den Schwarzmarkt wirksam eindämmen.
Der beste Schutz vor dem Schwarzmarkt sei ein attraktives, legales Angebot. Aus diesem Grund fordert der Verband mehr zulässige Wettarten, die Genehmigung von mehr Live-Wetten sowie eine faire Glücksspielregulierung.
Grundsätzlich setzt sich der DSWV zudem für den Spielerschutz ein. Er befürwortet Maßnahmen wie Identitätsprüfungen, Einsatzlimits und ein anbieterübergreifendes Sperrsystem. Dies müsse jedoch stets unter der Prämisse geschehen, dass der legale Markt für die Nutzer attraktiv bleibe.
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