Macaus Casino-Hotels kommen nur langsam aus dem Corona-Tief

Veröffentlicht am: 12. Oktober 2020, 11:59 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. Oktober 2020, 12:48 Uhr.

Die Casino- und Hotel-Branche von Macau steckt noch immer tief in der Corona-Krise. Daran konnte auch die arbeitsfreie „goldene Woche“ Anfang Oktober, die in den vergangenen Jahren viele Chinesen für kostspielige Reisen in das Spielerparadies nutzten, nichts ändern.

Venetian Hotel Macau
Macaus Hotels und Casinos klagen über schlechte Auslastung (Bild: Flickr/Friscocali, Lizenz: CC BY-NC 2.0)

Am Wochenende gab der Tourismusverband von Macau bekannt, dass während der goldenen Woche 156.300 Besucher in die Spielerstadt an Chinas Ostküste geströmt seien. Im Vergleich zum Vorjahr, als 974.330 Menschen die Stadt besucht hätten, seien die Zahlen damit um über 80 % eingebrochen.

Enttäuschte Hoffnungen nach der goldenen Woche

Dabei hatten die Casino- und Hotel-Betreiber große Hoffnungen auf die vom 1. bis 8. Oktober dauernde Woche gesetzt, in der die chinesische Bevölkerung traditionell gerne verreist. Aufgrund der gegenwärtig niedrigen Infektionsgefahr und gelockerter Reisebeschränkungen hatte die Branche auf mehr Besucher vom Festland spekuliert.

Der Optimismus schien jedoch verfrüht. Wie der Verband bekanntgab, habe die durchschnittliche Auslastung der Hotels nur bei 43,6 % gelegen. Dies sei für die Betriebe umso schmerzlicher, da gleichzeitig der durchschnittliche Zimmerpreis im Vergleich zum Vorjahr um 30 % auf 156 USD gefallen sei.

Bei Spielern mit kleinem Budget schien die Reiselaune während der goldenen Woche besonders niedrig gewesen zu sein. So habe die Auslastung von Budget-Hotels der 2 Sterne-Kategorie bei lediglich 21,4 % gelegen. Mit 43,2 %, beziehungsweise 45,2 % sei die Buchungslage bei Unterkünften im 5- und 4-Sterne-Bereich deutlich höher ausgefallen. Am besten hätten 3-Sterne-Hotels abgeschnitten, die zu 51,9 gebucht gewesen seien.

Skepsis am Finanzmarkt

Das zögerliche Wachstum der Besucher- und Umsatzzahlen wird auch auf dem Finanzmarkt kritisch betrachtet. So erklärten DS Kim, Derek Choi und Jeremy An, Analysten der Investmentfirma JP Morgan:

Die unbeständige Nachfrage und die schwindende Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität im Jahr 2021 lassen uns erkennen, dass das Risiko-Ertrags-Verhältnis der Branche nicht so attraktiv ist, wie wir es uns vorgestellt hatten.

Ihrer Einschätzung nach sei nicht vor 2022 mit einer vollständigen Erholung zu rechnen. Bis dahin rieten die Börsenexperten vom Kauf von Aktien der Casino-Betreiber ab.

Die enttäuschenden Besucherzahlen während der goldenen Woche zeigen, dass neben Finanzanalysten derzeit auch viele Spieler einen großen Bogen um Macau machen.