Illegale Casinos & Co: Todesstrafen für kriminelle Bande in China
Posted on: 30/09/2025, 09:15h.
Last updated on: 30/09/2025, 09:15h.
- Elf Familienclan-Mitglieder wegen illegalem Glücksspiel und anderer Verbrechen in China zu Todesstrafen verurteilt.
- Ihnen werden Betrug, Ausbeutung, Menschenhandel, Prostitution und Mord zur Last gelegt.
- Die Bande operierte vom Grenzgebiet in Myanmar aus.
Bei der Verurteilung von Verbrechern kennt Chinas Justiz keine Gnade. Das mussten nun auch die Mitglieder einer weitverzweigten Bande erfahren. Ihnen wurden diverse schwere Vergehen wie Menschenhandel, Betrug und illegales Glücksspiel nachgewiesen, weshalb der Familienclan nun mit langen Haft- sowie Todesstrafen belegt wurde.

Die Familie gehörte der Ming Triade an, die von Myanmar aus eine Reihe schwerer Verbrechen beging. Sie hatte in Laukkai, der Hauptstadt der Selbstverwaltungszone Kokang im nördlichen Teil des Shan-Staates, ihre Zentrale eingerichtet.
Von dort aus betrieben die Ganster ein gigantisches Scam-Zentrum, das Menschen auf der ganzen Welt zu Opfern seiner Betrügereien machte. Dafür mussten Zehntausende in den Betrugsfabriken zwangsweise arbeiten. Ein Großteil dieser Menschen stammt aus China, die mit falschen Versprechungen über die Grenze nach Myanmar gelockt wurden.
Das System des Menschenhandels hat auf der ganzen Welt Entsetzen ausgelöst. Insgesamt sollen weit über Hunderttausend Menschen in den Betrugszentren ausgebeutet worden sein. Dort mussten sie für wenig oder gar kein Geld fast pausenlos für die kriminellen Banden arbeiten. Dabei soll es vielfach zu Körperverletzung, Folter und Mord gekommen sein.
Neben den Betrügereien warfen die chinesischen Ermittler der Bande insbesondere Menschenhandel und Ausbeutung vor. Dazu wurde seit 2025 ein florierendes Geschäft mit der Zwangsprostitution aufgebaut.
Die Armee von Myanmar setzte dem kriminellen Treiben vor zwei Jahren ein Ende. Dabei wurden Tausende befreit und die Verbrecher festgenommen. Die nun abgeurteilten 39 Mitglieder der Bande waren daraufhin nach China ausgeliefert worden. Das Oberhaupt der Familie soll zuvor in Myanmar Selbstmord begangen haben.
Illegales Glücksspiel im Grenzgebiet
Ein Auslöser der klandestinen Geschäfte war die Organisation von illegalem Glücksspiel. Dieses richtete sich insbesondere an Spieler aus dem nahegelegenen China, die für den Casino-Besuch nur die Grenze überqueren mussten.
In den gut acht Jahren soll der Clan Milliarden mit seinen kriminellen Geschäften verdient haben. die Ermittler gehen davon aus, dass die Bande rund 1,4 Mrd. USD einnahm. Hinzukommen dreistellige Millionensummen, die die illegalen Casinos jährlich einbrachten.
Bei der Verurteilung zeigte Chinas Justiz die von ihr gewohnte Härte. Neben den elf Todesstrafen wurden fünf weitere dieser Höchststrafen verhängt. Diese sind jedoch für zwei Jahre ausgesetzt.
Darüber hinaus wurden elf Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Rest erhielt Gefängnisstrafen, die von fünf bis 24 Jahre reichen. Ob diese Härte ausreicht, Kriminelle von ähnlichen Taten abzuhalten, darf jedoch bezweifelt werden.
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