Hohe Eintrittspreise: Singapurer bleiben Casinos fern

Veröffentlicht am: 2. November 2020, 01:42 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. November 2020, 02:10 Uhr.

Steigende Casino-Eintrittspreise haben dazu geführt, dass weniger Singapurer lokale Casinos besuchen. Dies geht aus dem aktuellen Jahresbericht der Singapurer Casino Regulatory Authority (CRA) hervor, der in der vergangenen Woche veröffentlicht worden ist.

Skyline von Singapur
In Singapur wird das Glücksspiel für Einheimische teurer. (Quelle: Pixabay)

Die Behörde hatte im April 2019 eine fünfzigprozentige Steigerung der Casino-Eintrittspreise für Staatsbürger und Personen mit permanenter Aufenthaltsgenehmigung in Singapur eingeführt. Diese lagen bis dahin bei 100 SGB (ca. 63 Euro) pro Tag und belaufen sich seitdem auf 150 SGD (ca. 94 Euro). Für eine Casino-Jahreskarte werden heute 3.000 SGD (ca. 1886 Euro) verlangt. Zuvor lag der Preis bei 2.000 SGD (ca. 1256 Euro).

Zu den größten Casinos in Singapur zählen das Resort World Sentosa Casino und das Marina Bay Sands. Die Tages- und Jahrespreise für Einheimische sind in allen Casinos gleich hoch. Für jede Spielstätte muss ein separates Ticket zum Vollpreis gekauft werden. Für ausländische Besucher entfallen die Eintrittsgebühren.

Laut der Glücksspielbehörde [Link auf Englisch] habe der Anteil der einheimischen Spieler in Casinos durch die Maßnahme abgenommen. Während er im Finanzjahr 2018 bei 4 % gelegen habe, sei er bis Ende 2019 auf 2,7 % gesunken.

Der Vorsitzende der CRA, Tan Tee How, erklärte im Bericht, dass  die Behörde die Spielerschutzmaßnahme weiter auf ihre Wirksamkeit überprüfe:

Die CRA wird weiterhin eng mit dem Ministerium für Soziales und Familienentwicklung (MFS) und dem National Council on Problem Gambling (NCPG) zusammenarbeiten, um die Effektivität der sozialen Schutzmaßnahmen zu gewährleisten.

Seit der Eröffnung der Casinos im Jahre 2010 sei der Prozentsatz der Problemspieler und pathologischen Spieler in Singapur zurückgegangen. In der Anfangszeit habe er bei 2,6 % gelegen und sich bis 2017 auf 0,9 % verringert.

Neue Herausforderungen für Glücksspielbehörde

Im Zusammenhang mit der anhaltenden COVID-19-Pandemie hat How neue Sorgen ausgesprochen.

Die CRA stehe mit Hinblick auf die steigende Popularität von E-Sport-Wetten und anderen Online-Glücksspielen regulatorischen Herausforderungen gegenüber.

Insbesondere der Umgang mit Lootboxen und Glücksspielelementen in Videospielen hätten signifikanten Einfluss auf die Zukunft der Glücksspielbranche und der Spieler.