Singapur: Marina Bay Sands Casino im Zentrum von Geldwäsche-Ermittlungen

Veröffentlicht am: 5. Juni 2020, 01:16 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. Juni 2020, 01:47 Uhr.

Das Justizministerium der Vereinigten Staaten hat Ermittlungen gegen das Marina Bay Sands Casino in Singapur aufgenommen. Wie das US-amerikanische Nachrichtenportal Bloomberg am Donnerstag berichtet hat [Seite auf Englisch], werde das Casino auf mögliche Verstöße gegen Anti-Geldwäsche-Gesetze untersucht.

Marina Bay Sands Casino in Singapur
Gegen das Marina Bay Sands Casino in Singapur wird ermittelt (Bild: Pixabay/scottbentley)

Im Zentrum der Ermittlungen stünden die Glücksspiel-Konten von High-Roller-Spielern. So bestehe der Verdacht, dass diese für unrechtmäßige Transaktionen oder Kreditvergaben genutzt worden sein könnten.

Hintergrund der Untersuchungen sei die 2019 eingereichte Klage eines chinesischen VIP-Spielers namens Wang Xi gewesen.

Geldwäsche mit gefälschten Unterschriften?

Dieser sei im September letzten Jahres vor das Oberste Gericht in Singapur gezogen, um umgerechnet 5,77 Mio. Euro einzuklagen, die das Casino im Rahmen von 22 verschiedenen Transaktionen angeblich von seinem auf andere Spielerkonten überwiesen hätte.

Die Geschäftsleitung des Casinos habe damals behauptet, Briefe zur Autorisierung der Transaktionen erhalten zu haben, die von Wang selbst unterschrieben worden seien. Er dagegen gab an, Dritte hätten seine Unterschrift gestohlen und in die Dokumente eingefügt.

Das Casino hätte dies bemerken müssen, so sein Vorwurf. Auf die jüngste Nachfrage von Bloomberg im Mai habe sich das Casino nicht zu den Vorwürfen und der laufenden Klage äußern wollen.

Das Marina Bay Sands in Singapur ist das jüngste der sechs aktiven Casinos der Las Vegas Sands Corporation, deren Gründer und Inhaber der Milliardär Sheldon Adelson ist. Das Marina Bay Sands wurde im Jahr 2010 eröffnet, nachdem Adelson im Rahmen seiner Asien-Expansion bereits drei Casinos in Macau errichtet hatte. Zuletzt generierten die vier Casinos in Asien rund 85 % des Gesamtumsatzes (13,7 Mrd. USD) des US-amerikanischen Konzerns.

Bloomberg News habe kürzlich jedoch Einblick in eine Kopie der offiziellen Subpoena (einer Aufforderung zur Lieferung von Beweismitteln unter Androhung einer Erzwingungsstrafe), erhalten, die das Justizministerium bereits im Januar an das Casino geschickt haben soll.

Ermittlungen auf verschiedenen Ebenen

Das Casino sei in der Subpoena aufgefordert worden, Informationen über Transaktionen sowie über einen ehemaligen Casino-Angestellten, der für die Geldtransfers von High Rollern zuständig gewesen sei, herauszugeben.

Die Behörden würden zudem mögliche Vergeltungsakte des Casinos gegen frühere Whistleblower untersuchen. Auch die vermeintliche Kooperation mit sogenannten Junkets, die Glücksspielreisen für wohlhabende Casino-Touristen organisieren, werde geprüft, da sie mit den unzulässigen Transaktionen in Verbindung stehen könnten.

Was die Ermittlungen des Justizministeriums letztendlich ergeben werden, bleibt vorerst abzuwarten.