Großbritannien: GVC trennt sich vom Wettgeschäft auf Pferde-Rennbahnen

Veröffentlicht am: 28. Oktober 2020, 02:26 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 28. Oktober 2020, 02:26 Uhr.

Der Glücksspiel-Konzern GVC Holdings hat am Dienstag bekanntgegeben, sich mit den Marken Ladbrokes und Coral aus dem Wettgeschäft auf britischen Pferderennstrecken zurückzuziehen. Damit sollen 106 On-Course-Wettgeschäfte in Großbritannien und Irland den Eigentümer wechseln, berichtet The Guardian [Seite auf Englisch].

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Coral und Ladbrokes verlassen Wettgeschäft auf britischen Pferde-Rennstrecken. (Bild: geograph.org.uk)

GVC bestätigte, dass das Unternehmen seine Marken Coral und Ladbrokes auf 85 britischen Rennstrecken und weitere 21 in Irland an das Konkurrenzunternehmen von John Hooper verkauft habe. Aktuell befänden sich Berichten zufolge 17 Mitarbeiter in Gesprächen mit dem neuen Eigentümer über ihre Beschäftigung.

Hooper betreibt ein Wettgeschäft unter dem Namen Sid Hooper. Details zu den Modalitäten wurden nicht bekannt gegeben. Hooper hatte vor zwei Jahren 82 Wett-Plätze vom GVC-Rivalen William Hill erworben.

In einer gestern veröffentlichten Erklärung sagte der Handelsdirektor von GVC Holdings, Rom Ritzema, dass diese Entscheidung nicht „leichtfertig getroffen worden“ sei.

Beide Marken seien bereits seit langer Zeit auf den Rennstrecken präsent. Jedoch habe das Unternehmen eine Reihe von Faktoren berücksichtigen müssen, die schließlich zu diesem Entschluss geführt hätten.

Wettstände an den Rennbahnen ein Verlustgeschäft?

Der Ausstieg von Ladbrokes und Coral aus der Szene ist ein weiterer Schlag für die Pferderenn-Branche. Die COVID-19-Krise hat dazu geführt, dass die Aktivitäten der Buchmacher auf den Rennbahnen fast vollständig eingestellt werden mussten.

Es wird angenommen, dass die Pandemie eine Rolle beim Zeitpunkt der Entscheidung von GVC gespielt haben könnte. Ritzema bemerkte, dass das Wettvolumen auf den Rennbahnen im Vergleich zu den Umsätzen in den Wettbüros und auf den Online-Plattformen „verschwindend gering“ sei.

Die Wettstationen an den Rennstrecken hätten keinen „strategischen Zweck“ mehr. Ritzema sagte, die anhaltenden Herausforderung, die COVID-19 für den Rennsport darstellte, habe die Entscheidung beschleunigt. Ausschlaggebend seien jedoch andere Faktoren.

Schwere Zeiten auf den britischen Pferde-Rennstrecken

Robin Grossmith, seit fast 40 Jahren Ringbuchmacher und CEO der Federation of Racecourse Bookmakers, sagte am Dienstag, dass der Abgang von Ladbrokes und Coral eine Überraschung sei.

Grossmith erklärte:

Vielleicht haben sie das Gefühl, dass ihre Geschäfte seit ihrem Eintritt bei GVC in eine andere Richtung gehen, und das ist für sie jetzt ein alter Hut. Aber ich hätte gedacht, dass eine Rennbahnpräsenz mit ihren Ständen und der Berichterstattung, die es gibt, im Grunde genommen kostenlose Werbung ist, wenn Rennen im Fernsehen laufen und sie sich [zwischen den Buchmachern] einreihen. Aber vielleicht passt das einfach nicht mehr zu ihrem Geschäftsmodell.

Viele Buchmacher hätten sich an den Quoten von Coral und Ladbrokes orientiert und es sei enttäuschend, dass sie die Rennbahn nun verlassen würden. Es seien besorgniserregende Zeiten, sagte Grossmith.