Erneuter Zuschauerbann bei Pferderennen in Großbritannien

Veröffentlicht am: 10. September 2020, 11:19 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. September 2020, 12:51 Uhr.

Am Mittwoch verkündete der britische Premierminister Boris Johnson eine massive Einschränkung öffentlicher Versammlungen. Für den Pferdesport in Großbritannien könnte es verheerende Auswirkungen haben, wenn Zuschauer künftig wieder von den Pferderennen ausgeschlossen sind.

Pferderennen
Zuschauer werden wieder von den Rennen verbannt (Bild: Flickr/ Mathew F, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0)

Im Zuge der verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie muss die Branche kurz nach der Wiederzulassung von Zuschauern bei den Pferderennen einen erneuten Rückschlag verkraften.

Aufgrund steigender Infektionszahlen beschloss die Regierung von Großbritannien das neue Maßnahmenpaket. Ab kommendem Montag sind soziale Zusammenkünfte von mehr als sechs Personen verboten, unabhängig davon, ob sie drinnen oder draußen stattfinden. Gleichzeitig soll es eine Reihe von Ausnahmen geben. So wird das Limit keine einschränkende Auswirkung auf Schulen, Arbeitsplätze oder auch Sport-Trainingsgruppen haben.

Erschwerend kommt für das angeschlagene Pferdesport-Business hinzu, dass die Regierung kein Ende der Regelung ankündigte. Stattdessen erklärte Johnson lediglich, dass diese für die „absehbare Zukunft“ gelten werde. Beobachter schätzen, dass das Limit bis Weihnachten in Kraft bleiben könnte.

Sofortiger Zuschauerausschluss in Doncaster

Obwohl die neuen Richtlinien erst ab kommendem Montag gelten, ziehen sie für den Pferdesport schon jetzt Konsequenzen nach sich. So wurden die Veranstalter des viertägigen St. Leger-Events auf der Rennbahn von Doncaster von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes aufgefordert, die Pferderennen ab sofort wieder hinter verschlossenen Türen durchzuführen.

Damit müssen die Fans nur einen Tag nach der Eröffnung der mit 700.000 GBP dotierten Veranstaltung draußen bleiben. Am Mittwoch hatten sich noch rund 2.500 Menschen bei dem Pferderennen getummelt.

St. Leger war das erste mehrtägige Event, bei dem seit den Corona-Einschränkungen im März wieder die Öffentlichkeit zugelassen war. Die Veranstalter von der Arena Racing Company beziffern den Einnahmeausfall aufgrund des Verbots auf 250.000 GBP.

Renn-Direktor Mark Spincer sagte der BBC [Seite auf Englisch]:

Dies ist nicht nur ein Schlag für die Rennen, sondern auch für den Sport. Es wird für alle langwieriger und schwieriger, zurückzukommen, aber wir müssen den Rat befolgen.

Die Einnahmen aus Ticketverkäufen sowie die Abgaben der auf den Rennbahnen anwesenden Buchmacher sind für die Veranstalter der Rennen überlebenswichtig.

Zwar wurde im April ein 22 Mio. GBP schwerer Hilfsfonds zur Unterstützung der Rennsport-Szene bereitgestellt, doch es ist fraglich, ob diese Summe ausreichen wird, um die Verluste der Zuschauersperre zu kompensieren.