Großer Glücks­spiel-Geld­wäsche­skandal in Griechen­land?

Posted on: 09/09/2025, 04:38h. 

Last updated on: 08/09/2025, 04:42h.

  • In Griechenland könnten Hunderte in einen Glücksspiel-Geldwäscheskandal verwickelt sein.
  • Behörden verdächtigen über 200 Personen der kriminellen Handlungen.
  • Hohe Bargeldbeträge sollen über Verkaufsstellen auf Online-Konten geflossen sein.

Die Möglichkeit illegaler Finanztransaktionen gehört weltweit zu den größten Risiken des Online-Spiels. Ein neuer Fall zeichnet sich in Südosteuropa ab, in den Hunderte verwickelt sein könnten. Laut Berichten könnten an dem Glücksspiel-Geldwäscheskandal in Griechenland auch hochrangige Beamte beteiligt gewesen sein.

Geldscheine an Wäscheleine
Millionenschwere Geldwäsche in Griechenland? (Bild: Pixabay/stevepb)

In der vergangenen Woche schlug die griechische Finanzaufsicht Alarm. Nach ihren Ermittlungen soll eine kriminelle Bande hohe Summen illegal gewaschen haben, indem sie die Gelder über Konten bei Online-Glücksspielanbietern fließen ließ.

Den Medienberichten zufolge wurden rund zehn in Griechenland lizenzierte Online-Betreiber für die Geldwäsche genutzt. Derzeit gehen die Behörden nicht davon aus, dass die Anbieter in den Fall verwickelt sind. Trotzdem wirft der Verdacht ein schlechtes Licht auf die Kontrollinstanzen der Branche.

Für die Geldwäsche sollen sich die Täter eines simplen Tricks bedient haben. Dabei verlegten sie sich auf Bargeldeinzahlungen, anstatt den beim Online-Glücksspiel üblichen Weg der digitalen Finanztransfers zu wählen.

Bargeld in Millionenhöhe gewaschen

Demnach sollen die Geldwäscher methodisch vorgegangen sein. Zuerst eröffneten sie dafür ein verifiziertes Konto bei einem im Land genehmigten Online-Betreiber.

Die späteren Einzahlungen erfolgten jedoch über physische Vertriebskanäle im ganzen Land. Dazu zählen Kioske, Tankstellen oder kleine Shops, die als Verkaufsstellen fungieren.

In den Geschäften konnten die Täter teilweise hohe Beträge einzahlen, ohne dass die Herkunft der Beträge überprüft wurde. Damit nutzten sie ein Schlupfloch, denn online werden derartige Überweisungen ab einer bestimmten Höhe automatisch kontrolliert. Teilweise sollen auf diese Weise Millionenbeträge geflossen sein. Später wurden die Gelder auf Konten zurücküberwiesen und damit wieder in den legalen Geldkreislauf transferiert.

Laut Berichten sollen hochrangige Angestellte des öffentlichen Dienstes an dem Betrug beteiligt sein. Ihnen allen wird nun Geldwäsche vorgeworfen, was bei einer Verurteilung zu hohen Geld- und sogar Haftstrafen führen kann.

Aufgeflogen waren die illegalen Geschäfte durch Checks der Finanzbehörden. Beim routinemäßigen Abgleich der Geldflüsse auf Glücksspielkonten sowie der Steuerunterlagen der Betroffenen seien hohe Diskrepanzen festgestellt worden. Oftmals hätten diese Gelder deutlich über den Monatsverdiensten der Bandenmitglieder gelegen. Die Ermittlungen der Behörden werden zeigen, wie groß der Geldwäscheskandal tatsächlich ist.