Neuseelands Glücksspielabgabe laut Kritikern kaum wirksam
Posted on: 10/07/2025, 02:57h.
Last updated on: 10/07/2025, 10:05h.
- Die Glücksspielkommission von Neuseeland sieht keinen Nachweis für eine wirksame Schadensbegrenzung trotz hoher Glücksspielabgabe.
- Die Regierung lehnt eine Erhöhung von 20.6 % ab, obwohl das Ministerium sie vorgeschlagen hat.
- Fehlende Strategieüberprüfung und steigende Verwaltungskosten stehen im Fokus.
Anfang letzten Monats präsentierten die Behörden aus Neuseeland einen umfassenden Plan zur Eindämmung von Glücksspielsucht. Geplant sind Investitionen aus Glücksspielabgaben von über 81 Millionen NZD (etwa 49 Millionen €) in Prävention, Fachkräfteentwicklung und Unterstützungsangebote. Die Glücksspielkommission äußerte jedoch Zweifel an der Wirksamkeit der bisherigen Maßnahmen. Das Gesundheitsministerium habe bislang keinen überzeugenden Nachweis für den Erfolg der eingesetzten Mittel geliefert.

Die neuseeländische Regierung verzichtet auf eine Erhöhung der Glücksspielabgabe. Der Vorschlag des Gesundheitsministeriums, die Abgabe für den Zeitraum 2025 bis 2028 um 20,6 Prozent auf 92 Millionen NZD (etwa 55 Millionen €) zu erhöhen, wurde von der Regierung abgelehnt. Stattdessen bleibt es bei 81 Millionen NZD.
Die Glücksspielsteuer betrifft Casinos, Sportwetten, Pokie-Automaten und Lotto. Ziel ist es, mit den Einnahmen die öffentliche Gesundheit und Suchthilfeangebote zu finanzieren. Doch laut Neuseelands Glücksspielkommission fehlt ein Nachweis, dass das Geld tatsächlich etwas bewirkt.
Bereits 2022 forderte die Kommission einen strategischen Neustart. Dieser sei bisher ausgeblieben, erklärte Kommissionschefin Susan Hughes:
Das Ministerium hat über einen längeren Zeitraum hinweg Hunderte Millionen ausgegeben, doch es gibt keinen Nachweis dafür, dass die Strategie die Glücksspielschäden in Neuseeland wesentlich reduziert hat.
Besonders scharf kritisiert wurde die Verteilung der Mittel. Während sich die Betriebskosten des Ministeriums von 3,5 auf 5,2 Millionen NZD verdoppeln sollen, sinkt das Budget für Forschung und neue Angebote. Laut Hughes sei das nicht vereinbar mit dem aktuellen Sparkurs des öffentlichen Dienstes.
Kritik geht an fehlende Kontrolle
Ein weiterer Kritikpunkt sind Kontrollen. Es gebe kein umfassendes Monitoring, das zeigt, welche Maßnahmen tatsächlich wirken. Zwar sei die Zahl der Menschen, die Hilfe suchen, in zehn Jahren von 6.525 auf 3.615 gesunken.
Die Kommission warnt jedoch davor, daraus zu schließen, dass die Schäden tatsächlich zurückgehen. Die tatsächliche Lage im Land würde nicht zutreffend widergespiegelt, besonders angesichts des wachsenden illegalen Online-Glücksspiels.
Gesundheitsminister Matt Doocey forderte mehr Tempo bei der Evaluation:
Es ist besorgniserregend, wie lange es dauert, die Wirkung zu belegen. Wir wollen, dass das investierte Geld vor Ort einen echten Unterschied macht und eine messbare Wirkung erzielt. Unser Fokus liegt darauf, Betroffenen, Familien und Gemeinschaften zeitnah und wirksam zu helfen. Wir werden sicherstellen, dass die Neuseeländerinnen und Neuseeländer diesen Unterschied auch tatsächlich sehen.
Das Gesundheitsministerium verteidigte sein Vorgehen. Die Strategie basiere auf internationalen und lokalen Erkenntnissen. Geplant seien Investitionen in Prävention, frühzeitige Intervention und bessere Hilfsangebote. Die gestiegenen Verwaltungskosten seien notwendig, um die Vorgaben des Glücksspielgesetzes umzusetzen.
Reaktionen auf die steigenden Glücksspielumsätze fallen unterschiedlich aus. Die Problem Gambling Foundation befürwortet eine Erhöhung der Glücksspielabgabe, da sie im Verhältnis zum Umsatzwachstum als moderat gilt. Eine offizielle Stellungnahme liegt bislang nicht vor.
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