Glücksspiel, Alkohol und dickes Erbe: So kommen Großbritanniens reichste Frauen an ihr Geld

Veröffentlicht am: 23. Mai 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Mai 2020, 01:16 Uhr.

In diesem Jahr haben es erstmals 150 Frauen in die Sunday Times Rich List geschafft, unter ihnen Bekanntheiten wie Rihanna und Salma Hayek. Ein Blick auf die Finanzquellen der reichen Damen zeigt, dass es oft Herkunft und Erbe sind, die ihnen zu ihrem Reichtum verhelfen. Einer der Milliardärinnen ist es allerdings gelungen, dank des Glücksspiels in die Rich List aufgenommen zu werden.

Frau, Geldscheine, Pfund Sterling
Häufige Vermögensquelle reicher Frauen ist laut der Sunday Times Rich List ein großes Erbe. (Bild: Pexels.com)

Wie die Sunday Times betont, sei der Anteil der Frauen in der Rich List zwar um zehn gestiegen, mit nur 150 innerhalb der Top 1000 seien sie aber immer noch eine Minderheit.

Glücksspiel-Konzernchefin auf Platz 5 der Rich List

Auf Platz eins der Rich List landet Kirsten Rausing mit einem Vermögen von rund 12,1 Mrd. GBP (rund 13,5 Mrd. Euro). Die 67-Jährige ist die Tochter des schwedischen Industriellen Gad Rausing, dessen Vater das Verpackungsunternehmen Tetra Pak gegründet hatte. Sie besitzt ein Drittel des Unternehmens Tetra Laval und hat es im März bereits in die Forbes-Rangliste The World’s Billionaires geschafft.

Platz 1 bis 10 der Sunday Times Rich List der Frauen:

1. Kirsten Rausing (12,1 Mrd. GBP) – Erbe und Investition (Vermögensquelle)

2. Charlene de Carvalho-Heineken (10,3 Mrd. GBP) – Erbe, Brauerei und Banking

3. Marit Rausing (9,6 Mrd. GBP) –Verpackungsindustrie

4. Kirsty Bertarelli (9,2 Mrd. GBP) –Arzneimitttelbranche

5. Denise Coates (7,2 Mrd. GBP) –Glücksspielbranche

6. Salma Hayek (6,6 Mrd. GBP) –Mode- und Filmindustrie

7. Baroness Howard de Walden (4,3 Mrd. GBP) – Immobilienbesitz

8. Leonie Schroder (4,0 Mrd. GBP) –Finanzsektor

9. Carrie Perrodo (3,4 Mrd. GBP) –Öl-, Gas- und Weinsektor

10. Harriet Heyman (3,0 Mrd. GBP) –Internetbranche

Hinter Kirsten Rausing auf Platz zwei befindet sich Charlene de Carvalho-Heineken, die Tochter und Alleinerbin des niederländischen Bierbrauers Alfred Heineken. Obwohl das Erbe ihres Vaters, ebenso wie bei weiteren 52 der reichsten Frauen, eine große Rolle für ihr Vermögen spielt, gilt sie als geschickte Unternehmerin.

Als absolute Self-Made-Milliardärin wird Denise Coates gehandelt, die es auf Platz fünf der Rich Liste schaffte. Die Konzernchefin des Glücksspielunternehmens Bet365 wird in den Medien häufig wegen ihres 323 Mio. GBP hohen Jahresgehalts kritisiert, das sie zur bestbezahlten Chefin von ganz Großbritannien macht.

Solche Diskussionen gehen auch an Sam Smethers von der Fawcett Society, die sich schon lange für gleiche Gehälter von Frauen und Männern einsetzt, nicht vorbei. Viele Leute, so erklärt Smethers, argumentieren, man solle sich um schlecht bezahlte, nicht um reiche Frauen kümmern. Sie führt aus:

„Und ich würde sagen: Ja, natürlich sind schlecht bezahlte Frauen ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit, aber wenn Frauen keine Möglichkeit haben, während ihres Lebens Wohlstand zu erlangen, dann erlangen sie niemals finanzielle Unabhängigkeit. Und ganz ehrlich, warum sollten Frauen nicht die Gelegenheit haben, so reich wie Männer zu sein?“

Sie freue sich zwar darüber, dass es nun mehr Frauen in der Rich List gebe, von Gleichstellung jedoch sei die Gesellschaft noch lange entfernt.