Corona-Krise: Glücksspiel-Konzern Novomatic verzeichnet hohe Verluste

Veröffentlicht am: 5. April 2021, 10:47 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. April 2021, 10:47 Uhr.

Der österreichische Glücksspiel-Konzern Novomatic hat am Freitagnachmittag seinen Jahresfinanzbericht 2020 veröffentlicht. Demzufolge habe sich der Umsatz von 2.607,3 Mio. Euro im Vorjahr 2019 auf 1.743,6 Mio. Euro reduziert, erklärt das Unternehmen.

Novomatic Gebäude
Hohe Umsatzrückgänge bei Novomatic durch die Corona-Pandemie. (Bild: Novomatic.com Presse-Kit)

Die Gründe für einen Verlust in Höhe von 262,8 Mio. Euro seien regulatorische Herausforderungen in Deutschland und in Italien sowie die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Der operative Betrieb von Spielbanken, Casinos, Spielhallen und Wettbüros habe daher auf den wesentlichen Märkten für mehrere Monate gänzlich eingestellt werden müssen.

Hohe Verluste auf den europäischen Kernmärkten  

In Italien und Deutschland seien die Umsatzrückgänge mit -199,3 Mio. Euro und -174,4 Mio. Euro besonders stark. Es folgen Osteuropa mit -142,4 Mio. Euro, Österreich mit -112,2 Mio. Euro und die übrigen Märkte mit 97,8 Mio. Euro.

In Großbritannien lägen die Rückgänge bei -89,1 Mio. Euro, in Spanien bei -67,4 Mio. Euro und in den Niederlanden bei -39,5 Mio. Euro.

Kostenreduktion und positive Performance im Online-Glücksspiel-Bereich

Trotz hoher Verluste sei das Unternehmen wirtschaftlich gut aufgestellt. Es sei gelungen, die Nettoverschuldung um 10,2 % zu reduzieren. Die Eigenkapitalquote liege mit 27,7 % leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Zudem seien Aufwendungen in den Bereichen Personal und Marketing aufgrund der Restriktionen durch die Pandemie zurückgegangen. So seien die Kosten für Personal im Jahre 2020 von 772,8 Mio. Euro auf 606,9 Mio. Euro gesenkt worden.

Die Kosten im Marketing seien von 120 Mio. Euro auf 77 Mio. Euro reduziert worden. Weiterhin sei beschlossen worden, für das Geschäftsjahr 2020 keine Dividenden auszuschütten.

Im Rahmen der Kostenoptimierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen habe das Unternehmen seinen Konsolidierungskurs fortgeführt. So sei im Juni 2020 der Verkauf der Anteile an der Casinos Austria AG abgeschlossen worden.

Weiterhin sei die Entscheidung getroffen worden, das NOVOMTIC Forum in Wien zu verkaufen. Im Online-Glücksspiel-Bereich sei außerdem ein hohes Wachstum zu verzeichnen.

So heißt es in dem Bericht:

Die dem Segment Gaming Technology zugeordneten Gesellschaften der Greentube-Gruppe erwirtschafteten 2020 einen Umsatz in Höhe von 86,7 Mio. EUR. Dies entspricht einer Steigerung von 35,5 Mio. EUR (+69,2 %). Dieses Umsatzwachstum resultierte hauptsächlich aus den COVID-19-Effekten sowie aus der kontinuierlichen Erweiterung des B2B-Kundenstammes. Im Jahr 2020 erfolgten Markteintritte in den Ländern Paraguay, Mexiko, Weißrussland und Polen.

Für 2021 gehe das Unternehmen von einer Steigerung des Umsatzes aus. Nach der Wiedereröffnung der Spielstätten auf den Kernmärkten werde aufgrund des steigenden Absatzvolumens wieder gewohntes Niveau erreicht werden.