Illegale Glücks­spiel-Apps: Klage gegen Apple, Google, Meta

Posted on: 02/10/2025, 08:28h. 

Last updated on: 02/10/2025, 08:28h.

  • Apple, Google und Meta sehen sich wegen Glücksspiel-Apps mit einer Klage konfrontiert.
  • Den drei Tech-Riesen wird die Vermarktung von illegalem Glücksspiel vorgeworfen.
  • Zuständiger Richter lehnte Antrag zur Abweisung der Sammelklage ab.

In den USA sehen sich Apple, Google und Meta einer Klage ausgesetzt, der zufolge sie Apps mit illegalem Glücksspiel vermarkten sollen. Der zuständige Richter ließ dabei nicht den Einwand gelten, dass die Konzerne nicht für die Inhalte der Apps von Drittanbietern verantwortlich sind.

Apple-, Google- und Meta-Logo
Die IT-Konzerne werde verklagt (Bild: Pixabay) Apple-, Google- und Meta-Logo

Im Vorfeld der Klage bereifen sich Apple, Google und Meta auf den Abschnitt 230 des Bundesgesetzes „Communications Decency Act”. Dieser befreit Online-Plattformen vor der Haftung für Inhalte Dritter und damit vor entsprechenden Sammelklagen.

Diesen Einwand wies US-Bezirksrichter Edward Davila in San Jose, Kalifornien, allerdings zurück. Er erklärte, dass auf die Online-Giganten die Regelung der Immunität nicht anwendbar sei, da sie durch die Abwicklung der Zahlungen Einnahmen in Milliardenhöhe generiert hätten.

Davila betonte in seiner Begründung:

Der Kern der Theorie der Kläger ist, dass die Beklagten Zahlungen für Social-Casino-Apps unzulässig verarbeitet haben. Es ist irrelevant, ob diese Tätigkeit die Beklagten zu Buchmachern oder Maklern macht.

Bei den Klägern handelt es sich um Personen oder deren juristische Vertreter, die Glücksspiel-Anwendungen in den App-Stores der Konzerne geladen hatten. Daraufhin verspielten sie in den Online-Casinos teils hohe Summen.

“Kriminelle Verschwörung”?

Die mehreren Dutzend Kläger behaupten, dass Apples App Store, Googles Play Store und Metas Facebook eine illegale kriminelle Verschwörung gebildet hätten. Sie belegen dies damit, dass die Unternehmen „authentisches Vegas-Erlebnis beim Spielautomaten-Glücksspiel” gefördert hätten.

Die Folgen des Spiels seien teilweise gravierend gewesen. Demnach hätten die Apps bei den Nutzern angeblich Depressionen, Selbstmordgedanken und andere Folgen ausgelöst. Die Plattformen hingegen hätten durch die Provisionen enorm profitiert. So schätzen die Kläger die Einnahmen von Apple, Google und Meta auf rund 2 Mrd. USD.

Die Entscheidung des Richters ist ein Erfolg der Kläger, die ihre Ansprüche bereits im Jahr 2021 juristisch anmeldeten. Ob und wann es zu einem Prozess kommt, ist derzeit alles andere als sicher. Rechtlich haben die Beklagten die Möglichkeit, Einspruch gegen die Anordnung des Richters zu erheben.

Allerdings ist ebenfalls nicht bekannt, ob die Technik-Konzerne dies tun werden oder es auf einen Prozess ankommen lassen. Sowohl Vertreter der drei Beklagten als auch der Kläger gaben bisher keinen weiteren Kommentar zu dem Fall ab.