Weitere Absagen – Kölner Gamescom 2022 ohne namhafte Aussteller?

Veröffentlicht am: 23. June 2022, 01:45 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 23. June 2022, 01:45 Uhr.

Die Veranstalter Deutschlands größter Gaming-Messe Gamescom haben weitere Absagen namhafter Videospiel-Giganten hinnehmen müssen. So habe nach Nintendo, Activision Blizzard und Take-Two nun auch Sony Playstation seine Teilnahme an der Gamescom 2022 abgesagt. Wie das Branchenmagazin GamesWirtschaft am Mittwoch berichtete, gebe es viele Gründe für die Absagen.

Gamescom 2021 Call of Duty
Auf die Weltpremiere von Call of Duty: Modern Warfare 2 von Activision Blizzard müssen Gamescom-Besucher 2022 verzichten (Bild: Gamescom.de Pressebilder)

Tatsächlich habe Gamescom-Veranstalter KoelnMesse auch 50 Tage vor Messebeginn noch immer keine internationale Branchengröße als Teilnehmer bekannt geben können. Konzerne wie Electronic Arts, Ubisoft oder Microsoft Xbox hätten noch nicht verbindlich zugesagt.

Bislang habe es insgesamt 250 Anmeldungen gegeben. Allein 50 davon seien jedoch Anbieter aus dem Bereich Merchandise und Fanartikel. Angemeldet seien zudem Länder-Pavillons in der Business-Area. Diese sei für normale Besucher jedoch nicht zugänglich.

Für potenzielle Besucher könnte die diesjährige Gamescom aufgrund der vielen Absagen daher möglicherweise weniger interessant sein. Ob somit der Rekord von 373.000 Besuchern im Jahr 2019 gebrochen werden könnte, scheint überaus fraglich.

Nicht alle der in diesem Jahr abwesenden Unternehmen haben ihre Absage eindeutig begründet. Nintendo beispielsweise erklärte nur, seine Entscheidung „sorgfältig abgewogen“ zu haben. Laut GamesWirtschaft könnten einige aktuelle Gesamtumstände Hintergrund der Absagen sein:

  • Pandemie-bedingt habe es für viele Entwickler bei der Produktion neuer Videospiele Verzögerungen gegeben. Die Release-Listen vieler Herausgeber seien daher „leer“.
  • Es würden erneute Corona-bedingte Einschränkungen aus der Politik befürchtet, die im schlimmsten Fall zu einer gänzlichen Absage der Messe führen könnten.
  • Die Kosten für die Messe-Stände seien stark bis in den hohen sechs- oder sogar siebenstelligen Bereich angestiegen.
  • Der derzeit auch die Baubranche betreffende Mangel an Materialien wie Holz, Stahl, Aluminium und Kunststoff erschwere es den Gamescom-Veranstaltern, die Messe wie gewohnt aufzuziehen. Nicht nur seien die Materialkosten drastisch gestiegen, sondern komme es zudem zu unkalkulierbaren Verzögerungen bei der Lieferung.
  • Ebenfalls großer Mangel bestehe beim Personal. Die jahrelangen Event-Ausfälle hätten dafür gesorgt, dass viele ehemalige Messe-Arbeiter ohne Rückkehr in andere Branchen abgewandert seien.
  • Viele Unternehmen hätten „dank“ der Pandemie gute Erfahrungen mit virtuellen Produktpräsentationen gemacht. Eine physische Teilnahme an einer Messe könnte einigen daher mittlerweile unnötig erscheinen.

Bühne frei für Indie-Studios

Wer bereits ein Besucherticket gekauft hat, müsse jedoch nicht fürchten, auf leere Ausstellungshallen zu treffen. Zu den bereits bestätigten Namen gehörten laut Games Wirtschaft Aerosoft, Assemble Entertainment, Bandai Namco, Kalypso Media, Koch Media, Level Infinite (Tencent), SEGA und THQ Nordic.

Zudem dürften sich Besucher auf die Präsenz einiger „Indie-Studios“ freuen. Damit biete die Gamescom den unabhängigen und in der Regel kleineren und unbekannteren Games-Entwicklern die ideale Bühne.

In den nächsten Tagen dürften weitere Teilnehmer-Namen bekannt werden.