Genting Hong Kong verkauft Anteile an Glücksspiel-Tochter Genting Macau

Veröffentlicht am: 11. November 2020, 03:23 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. November 2020, 05:09 Uhr.

Die Hongkonger Kreuzfahrtreederei Genting Hong Kong verkauft die Hälfte der Anteile ihrer Glücksspiel-Tochterfirma Genting Macau. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch an der Hongkonger Börse mit. Die Investmentfirma White Supreme der bekannten Immobilieninvestorin Ao Mio Leong werde derzeit als potenzielle Käuferin gehandelt.

Kreuzfahrtschiff auf See
Kreuzfahrtreederei Genting Hong Kong verkauft Hälfte der Anteile seiner Tochterfirma. (Bild: Pikrepo/CC0)

Wie das Wirtschaftsmagazin Macau Business Media heute mitteilt [Seite auf Englisch], wolle sie insgesamt 750 Mio. HKD (umgerechnet circa 82,26 Mio. Euro) an Genting zahlen.

Die Anteile selbst kosteten lediglich 50 Mio. HKD (5,48 Mio. Euro). Der restliche Kostenaufwand decke die noch ausstehenden Kreditrückzahlungen von Genting Macau an Genting HK.

Eines der größten aktuellen Projekte Genting Macaus ist der Bau eines neuen Hotels direkt am Nam Van-See in Macau. Die Resorts World Macau soll auf einer Fläche von 8.100 Quadratmetern entstehen und in Zukunft auch ein eigenes Casino enthalten. Genting Macau plant, sich 2022 um eine Glücksspiellizenz in der Sonderverwaltungszone zu bewerben, wenn die Lizenzen der sechs etablierten Glücksspielanbieter auslaufen.

Laut Genting HK werde der Anteilsverkauf einen Wertverlust von Genting Macau in Höhe von 159 Mio. USD nach sich ziehen. Nichtsdestotrotz sehe sich der Konzern zum Verkauf gezwungen, da er das kurzfristige Finanzpolster dringend benötige.

Die Transaktion wird die Liquidität der Gruppe erhöhen, während die Erträge für das allgemeine Arbeitskapital der Gruppe genutzt werden. Dadurch wird die Ausfallzeit all jener Kreuzfahrtschiffe der Flotte, die derzeit außer Betrieb sind, finanziert und es wird ermöglicht, dass die derzeit arbeitenden Kreuzfahrtschiffe auch weiterhin auf See bleiben können.

Um diese grundlegende Arbeit des Konzerns aufrechterhalten zu können, sei es nicht mehr abzuwenden, Geschäftsbereiche außerhalb des Kerngeschäfts aufzugeben.

Aufgrund der anhaltenden Corona-Krise habe Genting HK nämlich zuletzt 3,37 Mrd. USD (2,86 Mrd. Euro) Schulden angehäuft. Bereits seit drei Monaten habe der Konzern keinerlei Rückzahlungen an seine Gläubiger veranlassen können.

Es fährt ein Schiff ins Nirgendwo

Seit letzter Woche jedoch dürfen die Schiffe der Reederei wieder in See stechen. Wie die Zeitung Straight Times am Samstag berichtet hat, habe am Freitag Gentings erste Pandemie-Kreuzfahrt begonnen.

Das Schiff habe im Hafen von Singapur abgelegt und kein Reiseziel. Unter strengsten Sicherheits- und Hygienevorkehrungen hätten sich 1.400 Gäste auf die Reise ins Nirgendwo begeben.

Während ihres Aufenthaltes auf See sollten sie trotz fehlendem Reiseziel den üblichen Genting-Kreuzfahrschiff-Service genießen können. Wann die Schiffe auch wieder in anderen Häfen andocken dürfen, ist noch immer ungewiss.