US-Schulen: Gefahren des Glücksspiels bald Unterrichtsfach in Maryland?

Veröffentlicht am: 27. Januar 2021, 01:46 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 27. Januar 2021, 01:47 Uhr.

In den High Schools im US-amerikanischen Bundesstaat Maryland könnte bald ein neues Schulfach, das sich mit den Gefahren des Glücksspiels auseinandersetzt, in den Lehrplan aufgenommen werden. Diesbezüglich hat Senator Bryan Simonaire kürzlich einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt, berichtet CNS Maryland [Seite auf Englisch].

Schultafel, Karten, Chips
Senator in Maryland will Schulfach über Gefahren des Glücksspiels einführen. (Bild: pixabay.com, uihere.com, casino.org)

Der Entwurf sehe die Entwicklung eines Programms für die Schulen des Bundesstaates vor. Das Ziel sei, die Schüler für die Gefahren des Glücksspiels zu sensibilisieren. Dabei könnten die Schulen der jeweiligen Bezirke entweder innerhalb der bestehenden Lehrpläne agieren oder neue erarbeiten.

Simonaire unterstreicht seinen Vorschlag mit mehreren Studien, die die Risiken des Glücksspiels behandeln. Diese hätten ergeben, dass Menschen zwischen 18 und 34 Jahren am meisten gefährdet seien.

Laut der Victorian Responsible Gambling Foundation in Australien sei das Risiko einer Spielsucht bei Personen in niedrigeren sozioökonomischen Klassen höher.  Dieses steige an, je früher sie im Jugendalter mit dem Spielen begännen.

Maryland hat eine langjährige Glücksspiel-Tradition, die ihren Ursprung in den Pferderennen fand. Wetten auf Pferderennen wurden 1870 genehmigt. Die staatliche Lotterie wurde 1972 legalisiert und Casinos im Jahre 2008. Das Maryland Health Department erhält von den Glücksspielbetreibern finanzielle Mittel zur Behandlung der Spielsucht über den Problem Gambling Fund.

Jährliche Zahlungen in Höhe von 425 USD pro Spielautomat und 500 USD pro Tischspiel gehen nach dem Gesetz von Maryland jedes Jahr an diesen Fonds. Im Jahr 2019 spendeten zudem drei Casino-Betreiber in Maryland 542 Mio. USD an den staatlichen Bildungsfonds.

Simonaire hatte bereits im vergangenen Jahr einen ähnlichen Gesetzentwurf vorgelegt, der vom Senat fast einstimmig verabschiedet wurde. Doch aufgrund des vorzeitigen Endes der Legislaturperiode durch die COVID-19-Pandemie kam es nicht mehr zur Verabschiedung.

Spielsucht: Prävention ist besser als Therapie

Simonaire macht deutlich, dass die Behandlung der Spielsucht sehr wichtig sei. Allerdings solle der Fokus vermehrt auf Bildung und Prävention liegen, bevor junge Menschen überhaupt süchtig würden.

Aus regierungspolitischer Sicht erhält der Staat Geld aus Glücksspieleinnahmen, das verwendet werden kann, um andere Prioritäten in unserem Staat zu bedienen, aber es können auch viele Bürger spielsüchtig werden, was andere Probleme für den Staat schafft.

Allerdings wird der Vorschlag des Senators nicht überall mit Wohlwollen aufgenommen. Senator Paul Pinsky und Senatorin Cheryl Kagan haben das Gesetz im letzten Jahr nicht unterstützt und dürften es in diesem Jahr wahrscheinlich ebenfalls nicht befürworten. Sie begründeten dies damit, dass die Entscheidung bezüglich der Gestaltung der Lehrpläne bei den jeweiligen Bildungsbehörden liegen solle.

Auch einige Schulen sprechen sich gegen den neuen Lehrplan aus. So sagte ein Sprecher des öffentlichen Schulsystems von Anne Arundel County und der Schulbehörde von Baltimore City, dass Themen wie gesunde Ernährung und Kampf gegen Missbrauch wichtiger seien.

Über den Gesetzentwurf soll bis Ende Januar abgestimmt werden. Sollte er verabschiedet werden, könnten die ersten Unterrichtseinheiten im Schuljahr 2022 – 2023 stattfinden.