Schweden: Kommt erneut ein Einsatz­limit für das Online-Glücksspiel?

Veröffentlicht am: 5. Januar 2022, 12:50 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. Januar 2022, 01:08 Uhr.

In Schweden könnte erneut ein Einsatzlimit für das Online-Glücksspiel eingeführt werden. Schwedens Minister für soziale Sicherheit Ardalan Shekabari forderte am Dienstag ein wöchentliches Limit von 4.000 SEK (390 Euro) für Einzahlungen bei Online-Casinos.

Kreditkarte mit Schwedischer Fahne, Portemonnaie
Für Spieler in Schweden könnten bald wieder ein Einsatzlimit gelten (Bild: Shutterstock)

Sollte sich Shekabari mit seinem Vorschlag durchsetzen, würde das im vergangenen Jahr temporär eingeführte Online-Glücksspiel-Einsatzlimit noch einmal um 20 % verringert. Dieses hatte vom 2. Juli bis 14. November bei 5.000 SEK gelegen.

Wie auch im Sommer 2021 begründet der Minister die geplante Maßnahme mit einer Verbesserung des Spielerschutzes in Zeiten der Corona-Pandemie. Shekabari erklärte:

In einem Wohlfahrtsstaat wie Schweden muss es einen starken Schutz für diejenigen geben, die um Geld spielen. Deshalb führen wir jetzt, da das Risiko des problematischen Glücksspiels aufgrund der Pandemie zunimmt, wieder einen verbesserten Verbraucherschutz ein.

Neben dem Online-Glücksspiel solle das Limit auch für terrestrische Spielautomaten in Schweden gelten. Zudem dürften die Anbieter keine Bonusangebote im Wert von über 100 SEK (9,75 Euro) gewähren. Ob der von Shekabari eingebrachte Vorschlag tatsächlich umgesetzt wird, ist allerdings nicht sicher. Zuerst sollen die verantwortlichen Regierungsstellen bis zum 17. Januar darüber beraten.

Im Falle einer Annahme könnten die verschärften Einsatzlimits ab 7. Februar gelten. Als voraussichtliches Ende hat der Minister einen Termin Ende Juni genannt. Sollte früher festgestellt werden, dass die Spielschutz-Maßnahmen nicht mehr notwendig sei, könne das Limit nach seiner Aussage auch vorzeitig aufgehoben werden.

Widerspruch vom Online-Glücksspielverband

Die Ankündigung des Ministers rief umgehend Widerspruch aus der Branche hervor. So kritisierte Schwedens Verband für Online-Glücksspiel, der Branschföreningen för Onlinespel (BOS), die geplanten Einsatzlimits scharf. Diese verfehlten ihren eigentlichen Zweck, die Ausgaben der Spieler zu senken.

So erklärte BOS-Direktor Gustaf Hoffstedt:

So wie das System konzipiert ist, führt es dazu, dass Spieler, die um mehr Geld als das vorgeschlagene Limit spielen wollen, neue Spielkonten bei neuen Spielanbietern eröffnen müssen.

Wer zuvor bei einem oder zwei Online-Anbietern aktiv gewesen sei, eröffne nun einfach Konten bei weiteren Online-Casinos. Dies zeigten auch die Statistiken des Verbandes. Denen zufolge sei die Anzahl der Anbieter pro Spieler stark angestiegen. Dies erschwere es den einzelnen Anbietern, ein etwaiges problematisches Spielverhalten zu analysieren.

Damit könnten sie ihrem von der Glücksspielaufsicht geforderten Auftrag zum Spielerschutz nur schlecht nachkommen. Auf diese Weise wirkten die reduzierten Einsatzlimits dem Schutz der schwedischen Spieler sogar entgegen. Eine Antwort des Ministers auf die Kritik erfolgte bisher nicht.