Finnland geht gegen Glücksspielwerbung durch Influencer vor
Posted on: 04/09/2025, 01:40h.
Last updated on: 04/09/2025, 01:40h.
- Finnland verhängt Verbote gegen Influencer und Geldstrafen für Glücksspielwerbung in sozialen Netzwerken.
- Zwei Influencer wurden seit Mai bestraft, mit Geldstrafen von bis zu 30.000 Euro.
- Werbung erschien auf den Plattformen Twitch und Kick und war mit ausländischen Betreibern verbunden.
Finnland geht entschieden gegen Influencer vor, die illegale Glücksspielwerbung im Internet betreiben. Die Nationale Polizeibehörde (NPB) verhängte kürzlich Geldstrafen gegen zwei Influencer und untersagte ihnen damit weitere Werbung in sozialen Netzwerken. Der Grund sind Verstöße gegen das Lotteriegesetz. Zusätzlich verband die NPB jedes Verbot mit einer ausgesetzten Geldstrafe von 30.000 Euro.

Im Mai 2025 wurden zwei bekannte Influencer vom Bewerben von Glücksspiel in sozialen Medien im Land ausgeschlossen, nachdem Ermittlungen einen Verstoß gegen das Lotteriegesetz bestätigten. Ein Verbot trat im Juni in Kraft, das andere befindet sich im Berufungsverfahren vor dem Verwaltungsgericht. Um die Einhaltung sicherzustellen, verband die NPB jedes Verbot mit einer ausgesetzten Geldstrafe von bis zu 30.000 Euro.
Die Sanktionen betreffen sowohl direkte als auch indirekte Werbung, einschließlich Affiliate-Links. Zudem mussten Influencer alle bisherigen Glücksspiel-bezogenen Beiträge entfernen.
Ein Wiederholungstäter, der bereits Anfang des Jahres ein Verbot erhalten hatte, missachtete die Auflagen und bewarb weiterhin ausländische Glücksspielanbieter. Die Behörden setzten daraufhin die ausgesetzte Strafe von 30.000 Euro durch, da innerhalb der gesetzlichen Frist keine Berufung eingelegt wurde.
Wenn Werbung Grenzen überschreitet
Die Behörden stellten fest, dass Glücksspielwerbung zunehmend auf Plattformen wie Twitch und Kick auftaucht. Dies geschieht oftmals in Verbindung mit Anbietern, die ihren Sitz außerhalb Finnlands haben. Influencer aus dem Ausland gingen dabei irrtümlich davon aus, nicht unter die finnischen Vorschriften zu fallen.
Tomi Sallinen, leitender Berater der NPB, erklärte zu diesem Vorfall:
Es scheint ein weit verbreitetes Missverständnis zu sein, dass das Bewerben von Glücksspiel in Finnland aus dem Ausland erlaubt sei. Das ist jedoch nicht der Fall. Nur Veikkaus Oy ist berechtigt, Glücksspiele auf dem finnischen Festland zu bewerben.
Kooperationen mit internationalen Betreibern gelten als Affiliate-Marketing, das finnische Spieler auf ausländische Seiten lenkt und damit gegen die nationalen Vorschriften verstößt. Die NPB stellte fest, dass Influencer durch solche Kooperationen das öffentliche Glücksspielangebot erweitern und finanzielle Interessen an der Fortführung dieser Werbung haben.
Die Behörde bekräftigte, weiterhin hohe Geldstrafen zu verhängen, um Influencer und Unternehmen von der Umgehung der nationalen Beschränkungen abzuhalten. Offizielle Vertreter der finnischen Behörden sehen diese Maßnahmen als entscheidend für den Verbraucherschutz und den Erhalt des Monopolsystems von Veikkaus Oy für Glücksspielwerbung in Finnland.
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