Zocker-Nation? E-Sports in Deutschland bekannter als in den USA

Veröffentlicht am: 1. November 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. November 2020, 09:33 Uhr.

Eine neue Studie hat ergeben, dass der E-Sport in Deutschland eine größere Bekanntheit erreicht hat als in vielen anderen Ländern. Die Studie, die den Titel „Gaming and Esports: The Next Generation” (zu Deutsch: Gaming und E-Sport: die nächste Generation) trägt, wurde von dem britischen Marktforschungsinstitut YouGov erstellt, das auf internationaler Ebene arbeitet.

Spielkonsole Videospiele
Das Bewusstsein gegenüber E-Sport in Deutschland wächst. (Bild: Needpix/CC0)

Die Studie untersucht und vergleich das Bewusstsein gegenüber dem E-Sport in 24 verschiedenen Ländern. Wie YouGov Deutschland am Donnerstag in Bezug auf die Untersuchungsergebnisse berichtet hat, könne der E-Sport in Deutschland längst nicht mehr als Nischensport bezeichnet werden.

Demnach genieße der digitale Sport in Deutschland in der Bevölkerung größere Bekanntheit als beispielsweise in den USA oder Großbritannien. So hätten 42 % der Befragten aus Deutschland angegeben, mit dem Begriff E-Sport vertraut zu sein.

In Großbritannien hätten lediglich 37 % gewusst, worum es sich handle. In den USA seien dies 34 % gewesen. Spitzenreiter in puncto E-Sport-Bewusstsein seien China (72 %), Taiwan (71 %) und Hongkong (70 %). Innerhalb Europas sei Dänemark mit 67 % am besten mit dem Begriff E-Sport vertraut.

Nicht alle Gamer kennen E-Sports

Das Bewusstsein gegenüber dem E-Sport sei unter den Personen, die sich selbst grundsätzlich als Gamer bezeichneten, nur unwesentlich höher als in der allgemeinen Bevölkerung.

Die Studienteilnehmer wurden in Spieler (Gamer) und Nicht-Spieler eingeteilt. Als Gamer zählten all jene, die in irgendeiner Form Spiele auf der Konsole, dem Computer oder dem Smartphone spielen. Von den Befragten aus Deutschland hätten 64 % angegeben, digitale Spiele zu spielen. In Großbritannien und den USA habe der Anteil bei 67 respektive 71 % gelegen. Dänemark habe in diesem Fall mit 45 % das Schlusslicht gebildet.

Wie die Studie zeige, könne von der allgemeinen Nutzung elektronischer Spiele nicht automatisch auf ein Bewusstsein über den E-Sport geschlossen werden. Von den selbsternannten Gamern in Deutschland hätten 48 % gewusst, was E-Sport ist. In Großbritannien seien es 44 %, in den USA lediglich 38 % gewesen.

Deutsche E-Sport-Fans schätzen Marketing und Sponsoring

Das steigende Bewusstsein deutscher Gamer in Bezug auf E-Sports könne sich auch positiv auf Unternehmen auswirken, die Partnerschaften mit E-Sport-Teams oder -Ligen eingingen.

So hätten 74 % der E-Sport-Follower angegeben, dass ihnen Sponsoren beim Zuschauen immer oder häufig auffielen. 54 % begrüßten es, wenn ihr Team einen „coolen“ Sponsor habe. Die Autoren der Studie sagen:

Diese Präferenzen sind von kommerzieller Bedeutung für Marken, die deutsche E-Sport-Fans ins Auge fassen. Sponsoring ist ihnen [den Deutschen; Anm. d. Verf.] so wichtig, dass 53 % erklärten, die Produkte einer Firma zu kaufen, wenn diese ihr Team sponsert. Bei Fußball-Fans liegt dieser Anteil bei nur 31 %.

Es sei davon auszugehen, dass die Wichtigkeit des E-Sports in Deutschland und auch weltweit in den nächsten Jahren weiterhin rasant ansteigen werde.