MV-Ministerin Drese fordert: Lootboxen erst für Spieler ab 18 Jahren
Posted on: 17/09/2025, 04:50h.
Last updated on: 16/09/2025, 04:51h.
- Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese verlangt einen verstärkten Jugendschutz beim Gaming.
- Zur Regulierung von Lootboxen und Co. will die Ministerin eine Bundesratsinitiative starten.
- Ziel ist es, derartige kostenpflichtige Extras erst ab 18 Jahren zu genehmigen.
Lootboxen sind nicht nur in Deutschland heftig umstritten. Spielerschützer beklagen, dass Kinder und Heranwachsende dadurch an das Glücksspiel herangeführt werden. Auch Stefanie Drese, Gesundheitsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, fordert einen nachhaltigeren Jugendschutz beim Gaming.

Die Ministerin erklärte am Dienstag, eine Bundesratsinitiative in die Wege zu leiten, um ihrem Anliegen bundesweit Gehör zu verschaffen. Ziel der Initiative ist, den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor glücksspielartigen Mechanismen in Videospielen zu verbessern.
Zum Anlass der Aktion präsentierte Drese ihre Idee gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST), Birgit Grämke. Im Mittelpunkt der geplanten Bundesratsinitiative stehen dabei Lootboxen. Die Initiatorinnen stören sich besonders an dem für deren Kauf erforderlichen Geldeinsatz.
Drese erklärte dazu:
In der digitalen Welt ist weitestgehend akzeptiert, dass glücksspielähnliche Mechanismen zum Spielerlebnis dazugehören. Es ist daher für mich wenig überraschend, dass laut einer Studie der Universität Graz mehr als 40 Prozent der 10 bis 19-jährigen In-Game-Käufe tätigen, mit teilweise fatalen Folgen.
Die Ministerin zeigte zugleich Verständnis dafür, dass die digitalen Inhalte aus der Lebenswelt junger Menschen nicht mehr wegzudenken seien. Es gehe jedoch darum, dass das Gaming „zeitlich begrenzt und kindgerecht“ bleibe.
Es sei besorgniserregend, dass es im Internet oft keine der Regeln gebe, die im echten Leben selbstverständlich seien. Um dem Missstand einen rechtlichen Rahmen entgegenzusetzen, wurde die Initiative gestartet.
Lootboxen erst für volljährige Spieler
Drese und Grämke berufen sich auf Studien, denen zufolge ein früher Einsatz von Geld beim Gaming die Gefahr späterer problematischer Verhaltensweisen bis hin zur Spielsucht erhöht. Deshalb soll das geltende Glücksspielrecht mit dem Jugendschutz harmonisiert werden.
Die Folge wäre, dass Lootboxen im Sinne des Kinder- und Jugendrechtes reguliert werden könnten. Darunter würde auch die Verpflichtung zur Offenlegung der Gewinnchancen von Lootboxen fallen. Warnhinweise zu den Gefahren von Glücksspiel müssten ebenfalls verbindlich werden.
Darüber hinaus sei eine Anhebung des Mindestalters für den Kauf der Beutekisten wünschenswert. Drese betonte in diesem Zusammenhang:
…und wir regen auch eine verbindliche Altersverifikation ab 18 Jahre für alle Spiele an, die Lootboxen beinhalten.
Ergänzt werden sollen diese Maßnahmen durch eine verstärkte Aufklärung der jungen Zielgruppe. Diese könnte bspw. anhand schulischer Lehrpläne zur Medienbildung geschehen, die um Lootboxen und Pay-2-Win-Mechanismen erweitert werden.
Birgit Grämke warnte, dass die Beutekisten aufgrund ihrer Zufallscharakters eine „modern und jugendgerecht verpackte Form von Glücksspiel“ seien. Diese stünden den jungen Spielenden rund um die Uhr zur Verfügung. Deshalb sei es äußerst wichtig, Heranwachsende für die möglichen Gefahren zu sensibilisieren.
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