Coronakrise macht Las Vegas zur Geisterstadt

Veröffentlicht am: 20. März 2020, 11:53 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. März 2020, 01:23 Uhr.

Nur drei Tage, nachdem der Gouverneur von Nevada, Steve Sisolak, angesichts der Coronakrise die Schließung aller Casinos des Bundesstaates angeordnet hat, verwandelt sich das Glücksspiel-Mekka Las Vegas geradezu in eine Geisterstadt.

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Die Coronakrise lässt am Las Vegas Strip die Lichter ausgehen. (Bild: Pixabay/David Mark)

Leere Straßen und abgesperrte Casinos

Fotos zeigen, wie nur wenige Menschen den Las Vegas Strip entlanggehen. Die Besitzer mancher Casinos haben die Eingänge zu ihren Gebäuden mit gelbem Absperrband zugeklebt, andere weisen potenzielle Kunden mit Schildern auf die Schließung hin. In den Innenräumen bleiben die Stühle vor den Spielautomaten leer.

Am Eingang des MGM Grand Casinos informiert ein Schild:

„Diese Immobilie ist derzeit geschlossen. Wir freuen uns darauf, Sie wieder begrüßen zu können.“

Auf einer Pressekonferenz in Las Vegas hatte der Gouverneur erklärt, die Schließung der Casinos gebiete der gesunde Menschenverstand. In einer Zeit, in der Menschen davon krank würden, zusammen zu sein, dürfe es weder Casinos noch Sportstudios oder Einkaufszentren erlaubt sein zu öffnen. Lediglich „essentielle“ Dienstleistungen, wie Gesundheitsdienste, Polizei und Feuerwehr, sollten weiterhin verfügbar sein.

Die Glücksspiel-Betreiber Wynn Resorts und MGM International hatten schon am Dienstag beschlossen, ihre Casinos am Las Vegas Strip zu schließen. Casinos wie The Mirage, Luxor und das Encore schlossen damit auf noch unbestimmte Zeit ihre Pforten. Wynn Resorts gab zugleich bekannt, dass den Angestellten ihre Gehälter während der Schließzeit weitergezahlt würden.

„Extreme Maßnahmen“ zum Wohl der Gemeinschaft

Nach der Rede des Gouverneurs schlossen neben dem MGM International und Wynn Resorts auch jene Casinos, die sich zuvor nicht zu einer möglichen Schließung geäußert oder aber angekündigt hatten, weiter zu öffnen.

Toni Rodyo (Seite auf Englisch), CEO von Caesars Entertainment, erklärte, dass nun klar geworden sei, dass derart extreme Maßnahmen erforderlich seien, um das Virus aufzuhalten und die Mitarbeiter sowie die Casino-Gäste zu schützen. Derek Stevens, Besitzer des D Las Vegas und des Golden Gate Casinos, zeigte sich dagegen zuversichtlich. Er vertraue darauf, dass Las Vegas stärker als je zuvor aus der Krise hervorgehen werde.

Der Gouverneur forderte die örtlichen Unternehmen und die Glücksspielbetreiber auf, der Bevölkerung während der Krise Lebensmittel, Unterkünfte und soziale Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Die Wiedereröffnung sei zunächst für den 30. März vorgesehen.