“Sicherer als Pubs” – Casinos in Schottland fordern Öffnung

Veröffentlicht am: 10. März 2021, 10:44 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. März 2021, 12:25 Uhr.

In Schottland verstärken sich die Forderungen nach einer baldigen Öffnung der Casinos. Unterstützung erhält das Unterfangen durch eine Studie der Gesundheitsexpertin Dr. Lisa Ackerley, der zufolge ein Aufenthalt in diesen Glücksspieleinrichtungen ebenso sicher, wenn nicht sicherer, als der Pub- oder Restaurantbesuch sei.

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Die Casinos in Schottland sind derzeit geschlossen. (Bild: Pixabay/whekevi)

Die Befürworter stützen sich auf eine Untersuchung der auch als “Hygiene-Doktor” in britischen Medien bekanntgewordenen Dr. Ackerley über die vom Casino-Betreiber Grosvenor eingeleiteten Hygieneschritte. Nach Analyse von Sicherheitsmaßnahmen wie Eingangskontrollen, Abstandsregeln und Desinfektionsgeräten stellte Dr. Ackerley dem Unternehmen ein gutes Zeugnis aus.

Die Gesundheitsexpertin erklärte:

Die Casino-Industrie hat auf die Covid-19-Pandemie reagiert, indem sie die Notwendigkeit erkannte, eine Reihe strenger Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden zu gewährleisten. (…) Es scheint keinen logischen oder wissenschaftlichen Grund zu geben, warum die Casino-Industrie geschlossen bleiben sollte, während Pubs und Restaurants in Schottland öffnen dürfen.

Die Glücksspielbetriebe seien aus ihrer Sicht mindestens ebenso sicher wie andere Geschäfte der Unterhaltungsbranche. Dies gelte insbesondere in Bezug auf Betriebe, in denen Alkohol ausgeschenkt werde.

Dr. Ackerley schloss ihren Bericht mit der Empfehlung, Casinos wie andere Unterhaltungsbetriebe zu behandeln, die im Zuge der Corona-bedingten Lockerungen größtenteils wieder öffnen durften.

Glücksspielverband bekräftigt Forderung nach Öffnung

Der britische Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) nahm das Ergebnis der Studie zum Anlass, seine Forderung nach einer baldigen Öffnung der Casinos in Schottland zu bekräftigen.

Angesichts des Studienergebnisses solle die Regierung ihre restriktive Haltung gegenüber den Casinos überdenken, so der Verband. Die Betriebe hätten Millionen investiert, um ihr Geschäft Corona-sicher zu machen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen werde durch die Studie eindrucksvoll belegt.

Es sei an der Zeit, dass die ungerechte Behandlung der Casino-Branche, die in Schottland immerhin 700 Jobs sichere, beendet werde, so der BGC.

Derzeit dürfen schottische Casinos erst bei Eintritt der niedrigsten Corona-Warnstufe öffnen. Aufgrund der nur schwer zu prognostizierenden Entwicklung der Infektionsraten bleibt ungewiss, wann es in dem Bereich zu Lockerungen kommen wird. Im Gegensatz dazu können Casinos im Nachbarland England bereits mit einem Öffnungstermin kalkulieren. Sie sollen ab 17. Mai wieder Spieler empfangen dürfen.

Auch das Management der Grosvenor Casinos forderte die Regierung zum Handeln auf. Ihr Geschäftsführer Jonathon Swaine erklärte, dass Dr. Ackerleys Studie bestätige, dass von den Casinos keine Gefahr ausgehe. Die Ungleichbehandlung müsse ein Ende haben.