Kampf gegen den Krebs: Casino-Mogul Sheldon Adelson zieht sich vorerst zurück

Veröffentlicht am: 8. Januar 2021, 04:06 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Januar 2021, 04:14 Uhr.

Der Casino-Mogul und Besitzer des Las Vegas Sands Glücksspiel-Imperiums, Sheldon Adelson (87), hat sich vorläufig aus den Geschäften zurückgezogen, um erneut gegen seine Krebserkrankung zu kämpfen. Dies berichtete das Las Vegas Review-Journal [Seite auf Englisch] am Donnerstag.

Sheldon Adelson
Casino-Mogul Sheldon Adelson muss erneut gegen den Krebs kämpfen. (Bild: youtube.com)

Bei Adelson wurde im Februar 2019 ein Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert. Diese Form des Blutkrebses kann sich insbesondere bei älteren Erwachsenen schnell ausbreiten, hat aber im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen bessere Heilungsaussichten.

Es ist unklar, wie lange Adelsons Behandlung dauern wird. Nachdem seine Krebsdiagnose im Frühjahr 2019 öffentlich bekannt gemacht worden war, kehrte Adelson nach seiner Therapie erst im Oktober letzten Jahres in den aktiven Dienst zurück.

Sheldon Adelson, der Sohn eines Taxifahrers aus Boston, ist weltweit der vermögendste Casino-Mogul und gehört heute mit einem geschätzten Vermögen von 35,6 Mrd. USD zu den 50 reichsten Menschen der Welt. Nach Angaben der US-amerikanischen Börsenkommission halte Adelson 57 % der Stammaktien von Las Vegas Sands.

Adelson und seine Frau, Dr. Miriam Adelson, wurden vom Center for Responsive Politics als die besten Einzelspender für Bundeskampagnen aufgeführt. Das Paar spendete zwischen 2019 und 2020 insgesamt 218,3 Mio. USD.

Rückzug Adelsons hat kaum Einfluss auf Geschäfte

Der Präsident und Chief Operating Officer Robert Goldstein sei laut einer Erklärung von Sands vom Donnerstag an für die Zeit der Behandlung Adelsons zum CEO und Vorsitzenden von Sands and Sands China Ltd. ernannt worden.

In einer Mitteilung an die Anleger vom Donnerstag sagte Joseph Greff, Analyst beim Investmentunternehmen J.P. Morgan, er erwarte keine Änderungen bei Sands mit Goldstein an der Spitze.

Der 65-Jährige sei seit ungefähr 25 Jahren im Unternehmen. Greff merkte an, dass Goldstein als „langjährige Nummer 2“ des Sands-Imperiums von Investoren, Casinobetreibern, Mitarbeitern und der Familie Adelson „allgemein anerkannt“ werde.

Der Analyst der Deutschen Bank Research, Carlo Santarelli, stimmte zu und sagte:

Wir glauben nicht, dass es in Abwesenheit von Herrn Adelson Bedenken hinsichtlich einer Änderung der Strategie geben wird.

Die Anleger nahmen die Nachrichten zunächst ernst und der Aktienkurs von Sands fiel am Donnerstagvormittag um rund 1,5 %. Doch bis kurz vor Börsenschluss erholten sich die Aktien wieder und bewegten sich auf dem Niveau des Vortages.

Las Vegas Sands blickt nach Texas

Sands bestätigte kürzlich Gerüchte, dass es den Verkauf seiner Objekte in Las Vegas, dem Venetian und dem Sands Expo Convention Center, erwäge. Die Pandemie dürfte auch an dem Glücksspiel-Riesen nicht spurlos vorbeigegangen sein.

Adelson und Goldstein hätten sich dahingehend geäußert, dass der Markt erst wieder zu seinem früheren Glanz zurückkehren werde, wenn sich der Kongressmarkt erhole.

Sands Interesse sei Medienberichten zufolge derzeit auf den Bundesstat Texas gerichtet. Das Unternehmen sei darum bemüht, die Politik für eine Legalisierung des Glücksspiels zu gewinnen.

Der Sprecher von Sands, Andy Abboud, sagte letzten Monat:

Texas ist die dickste Rosine, die auf dem zunehmend gesättigten US-Kasinomarkt noch zu picken ist.

Der texanische Casino-Markt besteht derzeit aus ein paar kleinen Stammes-Casinos und einigen zwielichtigen Spielstätten. Der Gesetzgeber hat allerdings bisher wenig Interesse am Glücksspiels gezeigt.