Wegen Steuer­erhöhung: Bri­tischer Pferde­renn­sport trat in Streik

Posted on: 11/09/2025, 04:37h. 

Last updated on: 10/09/2025, 06:26h.

  • Um gegen die geplante Steuererhöhung zu protestieren, führte der britische Pferderennsport einen Streik durch.
  • In Großbritannien fanden am Mittwoch keine Rennen statt.
  • Kritik vom Glücksspielverband an diesem historischen Protest.

Um die prekäre Haushaltslage in Großbritannien zu stärken, sind in der Regierung neben Einsparungen Steuererhöhungen im Gespräch. Davon betroffen wäre auch die Glücksspielbranche des Landes. Um gegen die aus ihrer Sicht desaströse Abgabensteigerung zu protestieren, trat der britische Pferderennsport am Mittwoch in einen ganztägigen Streik.

Pferderennen
Für einen Tag wurden die Rennen abgesagt (Bild: Pixabay)

Erstmals in der Geschichte des Sektors wurden aufgrund eines Protests in dem Land an einem ganzen Tag keine Pferderennen durchgeführt. Der Ausfall der Wettbewerbe führte dazu, dass auch keinerlei Rennen übertragen oder Wetten darauf abgegeben werden konnten.

Die Regierung plant, die Glücksspielsteuer für alle Sektoren anzugleichen. Diese soll künftig bei den 21 % der Bruttospielerträge liegen, die bereits für Online-Casinos gelten. Für den Pferderennsport würde dies eine Steigerung um 6 % bedeuten.

Brant Dunshea, CEO der British Horseracing Authority, sagte dazu:

Unabhängige wirtschaftliche Analysen deuten darauf hin, dass dies Steuererhöhung den Sport 66 Millionen Pfund kosten würde, im schlimmsten Fall sogar 160 Millionen Pfund. Im ersten Jahr wären rund 2.700 Arbeitsplätze gefährden.

Anstatt an den Veranstaltungen teilzunehmen, versammelten sich die Branchenvertreter am Mittwoch, um auf die aus ihrer Sicht katastrophalen Folgen hinzuweisen. Die Branche sieht den Protest als letztes Mittel, um vor der drohenden Kostensteigerung zu warnen.

Einnahmeausfälle für Veranstalter und Buchmacher

Der Boykott der Rennen soll die Branche rund 200.000 GBP kosten. Dies sei ein zu verschmerzender Betrag angesichts der drohenden Konsequenzen der Steuererhöhung, so Dunshea.

Leichte Kritik [Seite auf Englisch] an dem spontanen Streik kam vom britischen Sportwettenverband. Dieser zeigte zwar Verständnis für den Unmut, erklärte sich aber zugleich enttäuscht von der der Maßnahme. Die Entscheidung sei ohne Rücksprache mit den Wettanbietern getroffen worden. Diese würden jedoch einen erheblichen finanziellen Beitrag zum britischen Rennsport leisten. Außerdem würden die Kunden benachteiligt, bemängelt der Verband.

Der Verbandsverantwortliche wies zugleich auf die schlechte Vergleichbarkeit von Pferdesport und Online-Slots hin. Im Gegensatz zu diesen habe seine Branche mit weitaus höheren Betriebskosten zu kämpfen.

Hinzukomme die hohe regionale Bedeutung der Rennveranstaltungen. Diese seien integraler Bestandteil des öffentlichen Lebens in den Gemeinden, so Branchenvertreter. Zudem würden so rund 85.000 in ansonsten wirtschaftlich schwachen Regionen beschäftigt. Ob die Aktion zu einer Änderung der Regierungspläne führt, wird sich zeigen müssen.