Lückenloser Selbst­ausschluss vom Glücksspiel: Britische Gamstop startet Pilotprojekt

Veröffentlicht am: 2. February 2022, 01:49 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. March 2022, 11:04 Uhr.

Problemspieler in Großbritannien sollen künftig gezielter vor riskantem Glücksspiel geschützt werden. Gemeinsam mit der nationalen Spielerhilfe Gamstop starte der britische Glücksspiel-Verband Betting and Gaming Council (BGC) dazu ein Pilotprojekt zum Austausch von Spielerdaten.

Stop Access denied Hand kommt aus Laptop
Nur die Daten von Problemspielern sollen unter den Anbietern ausgetauscht werden. (Bild: Shutterstock)

Wie der BGC [Seite auf Englisch] am Dienstag mitteilte, sollen dabei konkret die Daten jener Spieler, die problematisches Spielverhalten aufwiesen, unter den Glücksspiel-Anbietern geteilt werden. Die Daten aller anderen Glücksspieler seien davon nicht betroffen.

Für Problemspieler und Spielsüchtige solle dadurch eine neue Schutzbarriere errichtet werden. Werde ein Glücksspiel-Anbieter beispielsweise auf das exzessive Glücksspiel eines Kunden aufmerksam, erhalte der Spieler zunächst Limits oder gar eine Sperre.

Damit der betroffene Kunde dann nicht einfach zu einem anderen Anbieter überwechseln könne, um sein exzessives Spiel dort fortzuführen, würden seine Daten unter allen BGC-Mitgliedern geteilt. Als Knotenpunkt für die Datensammlung und -weitergabe diene Gamstop. Die Organisation sei nach Ansicht des BGC am besten dafür ausgestattet und geeignet.

Die Selbstausschluss-Organisation Gamstop wurde erst 2019 ins Leben gerufen. Glücksspieler können sich auf der Gamstop-Webseite in wenigen Schritten vom Online-Glücksspiel ausschließen. Dabei kann die Ausschlusszeit kann selbst gewählt werden, wobei das Minimum bei sechs Monaten liegt. Die Spielersperre endet jedoch nicht automatisch nach Ablauf der gewählten Zeit, sondern kann nur auf exklusiven Antrag des Spielers deaktiviert werden.

Die Mitglieder des Verbandes indes würden geschult, wie sie mit den Problemspielern und dem Datenaustausch umgehen sollen. Leitfaden werde ein neuer Verhaltenskodex des BGC.

Verzögerung wegen Datenschutzbedenken

Wie der BGC erklärt, habe er das Projekt ursprünglich bereits vor knapp zwei Jahren starten wollen. Der britische Datenschutzbeauftragte der Regierung habe jedoch Bedenken geäußert, weshalb das Projekt zunächst auf Eis gelegt werden musste.

Anders sehe dies der amtierende Glücksspiel-Minister Chris Philp. Er begrüße die Initiative als einen „wichtigen Schritt, um gefährdete Personen zu schützen“.

Der Launch sei nun für März dieses Jahres geplant. Die Branche sei bereit und die Mitglieder des Verbands hätten bereits über 1 Mio. GBP investiert, um das Projekt voranzutreiben.

Wes Himes, BGC-Manager für Standards und Innovationen, kommentiert:

Ich freue mich über das Engagement der BGC-Mitglieder und die bedeutsamen finanziellen Investitionen, die sie tätigen, um das Programm zeitnah zu starten. […] Wir bemühen uns sicherzustellen, dass der Testlauf, der sich auf Risikogruppen fokussiert, verhältnismäßig und wirksam ist.

Das Datenaustausch-Programm sei dabei ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig es sei, neue Technologien für den Spielerschutz zu entwickeln.