Britische Buchmacher haben kein Anrecht auf staatliche Unterstützung

Veröffentlicht am: 22. März 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. März 2020, 05:14 Uhr.

Der britische Glücksspielverband, der Betting and Gaming Council (BGC), hat harsche Kritik am Finanzministerium geübt, denn Casino- und Sportwetten-Unternehmen sollen laut der Financial Times kein Anrecht auf staatliche Unterstützung haben, die britischen Unternehmen seitens der Regierung zugesichert wurde.

London, Themse, Big Ben
Britische Buchmacher sollen keine staatliche Unterstützung erhalten. (Bild: pixabay.com)

Mit einem umfangreichen Maßnahmepaket sollen derzeit die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie gelindert und Arbeitsplätze gesichert werden.

Finanzielle Unterstützung zur Rettung von Unternehmen

Am 18. März kündigte Finanzminister Rishi Sunak eine Reihe von Maßnahmen an, um Unternehmen zu helfen, die stark von der Pandemie betroffen sind. Das 330 Mrd. GBP schwere Hilfspaket soll vor allem Einzelhandels-, Freizeit- und Gastgewerbebetriebe entlasten.

Mit Zuschüssen von 25.000 GBP sollen die Unternehmen wirtschaftliche Schwierigkeiten überstehen. Kleinstunternehmen können Zuschüsse von bis zu 10.000 GBP beantragen. Darüber hinaus sollen die betroffenen Unternehmen auch steuerlich entlastet werden.

Casinos und Sportwetten-Büros erhalten keine Hilfen

In den Leitlinien der örtlichen Behörden für Geschäftstarife, in denen Ämter darüber informiert werden, wer Anspruch auf steuerliche Entlastung hat, seien „Casinos und Glücksspielclubs“ ausdrücklich ausgeschlossen.

Wettbüros würden als Finanzdienstleistungen und nicht als Freizeiteinrichtungen eingestuft. Daher seien sie auch nicht förderberechtigt. Die Antwort kam einen Tag, nachdem sich der BGC an die Regierung gewandt und um Hilfe gebeten [Seite auf Englisch] hatte.

Der BGC sah sich daraufhin veranlasst, einen Brief an den Finanzminister zu verfassen.

Dort heißt es unter anderem:

„Der Betting and Gaming Council vertritt 90 Prozent der britischen Wett- und Glücksspielbranche, einschließlich Wettbüros, Online-Glücksspielunternehmen, Bingo und Casinos. Zusammen beschäftigen unsere Mitglieder über 70.000 Mitarbeiter, zahlen jedes Jahr mehr als 3 Milliarden GBP Steuern.“

Casinos böten jedes Jahr Millionen von Menschen Unterhaltung, Speisen und Getränke, hieß es weiter in dem Schreiben. Der BGC bezeichnete die Einstufung der Finanzbehörden, dass Casinos nicht der Freizeitbranche zuzuordnen seien, als bizarr.

140 Casinos und fast 7.000 Wettbüros hätten aufgrund der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Virus schließen müssen. Sollte sich die Haltung der Regierung nicht ändern, könnten zahlreiche Unternehmen in wenigen Monaten zahlungsunfähig sein.

Die BGC fügte hinzu, dass alle Maßnahmen, die zur Schließung von Casinos oder Wettbüros führen könnten, nicht lizenzierte Betreiber förderten.