Bringt Joe Biden Online-Poker zurück in die USA?

Veröffentlicht am: 23. Januar 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Januar 2021, 06:41 Uhr.

Der neue Präsident der Vereinigten Staaten Joe Biden ist am Mittwoch vereidigt worden und hat bereits sein Amt angetreten. Für viele Pokerspieler war dies ein wichtiger Schritt, denn in Branchenkreisen wird vermutet, dass Online-Poker bald auf die Monitore der US-Spieler zurückkehren könnte.

Erdball, Kabel, Spielkarten
Der neue Präsident Joe Biden könnte Online-Poker zurückbringen. (Bild: pixabay.com, uihere.com, casino.org)

Die Demokraten, denen Biden angehört, haben im Laufe der Jahre bereits die Schaffung eines regulierten Online-Glücksspielmarktes vorangetrieben. Der größte Durchbruch erfolgte im Jahre 2011, als das Justizministerium unter Obama ein Rechtsgutachten veröffentlichte. Dieses besagte, dass der Wire Act nur für Sportwetten gelte.

Hintergrund zum Wire Act 1961

In den 60er Jahren breitete sich das Sportwetten-Geschäft rapide aus, auch zwischenstaatlich. Um dies zu unterbinden, wurde unter John F. Kennedy der Wire Act verabschiedet. Ziel war es, die kriminelle Nutzung der zunehmend fortschrittlichen Kommunikationsinfrastruktur Amerikas zur Platzierung von Sportwetten über Staatsgrenzen hinweg zu verhindern.

2006 verabschiedete die Regierung das UIGEA-Gesetz (Unlawful Internet Gambling Enforcement Act) [Seite auf Englisch]. Damit war es Glücksspielunternehmen unmöglich, Zahlungen im Zusammenhang mit dem Glücksspiel und Sportwetten zu akzeptieren.

Kampf gegen Online-Poker und -Glücksspiel unter Trump

Während der Amtszeit Obamas hat das Justizministerium die Auslegung des Wire Act so angepasst, dass die Tür für Online-Poker zuerst auf staatlicher Ebene und später für zwischenstaatliche Märkte geöffnet wurde.

Die Trump-Administration versuchte, zur alten Interpretation des Wire Act zurückzukehren, mutmaßlich auf Wunsch von Sheldon Adelson, der sich vehement gegen die Legalisierung des Online-Glücksspiels zur Wehr setzte. Dies gelang ihm auch im Jahre 2018. Seitdem gilt, dass der Wire Act für alle Formen des Glücksspiels gelte, auch für Casinospiele, Lotterien und Online-Poker.

Doch Adelson starb am 11. Januar 2021. Trump wurde eine weitere Amtszeit als US-Präsident verweigert und Biden hat sein Amt als neuer Präsident des Landes angetreten. Diese neuesten Entwicklungen könnten bedeuten, dass dem US-Online-Poker eine bessere Zukunft bevorsteht.

Die auf Online-Glücksspiel spezialisierten Anwälte von Dickinson Wright, einer großen Anwaltskanzlei mit Sitz in Michigan, erwarten, dass Biden die Auslegung des Wire Act aus dem Jahre 2018 für nichtig erklären werde.

Jeff Silver, Greg Gemiganani und Patrick Sullivan von Dickinson Wright kommentieren:

Dies sollte einen klaren Weg für eine erweiterte Nutzung der Internetkommunikation für andere Spieleprodukte wie staatenübergreifende Online-Spiele (außer Sport) bereiten, die von lizenzierten Glücksspielanbietern in jedem Bundesstaat durchgeführt werden, und eine erweiterte Nutzung von progressiven bundestaatenübergreifenden Gebieten von kommerziellen und Stammes-Spielbetreibern.

Sollte dies gelingen, könnte Online-Poker in den USA wieder zu neuem Leben erwachen. Dies dürfte der US-Poker-Community einen wahren Anlass zum Feiern geben.