Brasilien ver­bie­tet Loot­boxen-Ver­kauf an Minder­jährige

Posted on: 30/09/2025, 10:56h. 

Last updated on: 30/09/2025, 10:56h.

  • Brasilien hat ein Verbot des Verkaufs von Lootboxen an Minderjährige erlassen.
  • Die Beutekisten sollen nur noch für Spieler ab 18 Jahre zu erwerben sein.
  • Das Verbot tritt im März 2026 in Kraft.

Auf der ganzen Welt ringen Behörden und Spielerschützer um die nachhaltige Regulierung von kostspieligen Gaming-Extras für junge Spieler. In vielen Ländern sind die umstrittenen Beutekisten bereits für unter 18-Jährige untersagt. Nun hat Brasilien ebenfalls ein Verbot von Lootboxen für Minderjährige auf den Weg gebracht.

Jugendlicher mit Smartphone-Game
Junge Gamer sollen geschützt werden (Bild: Unsplash/Screen Post)

Ähnlich wie in Ländern wie Belgien oder den Niederlanden wird es auch in dem lateinamerikanischen Land bald keine Lootboxen für Heranwachsende zu kaufen geben. Ab März kommenden Jahres tritt ein Gesetz in Kraft, das den Verkauf der Extras an Minderjährige untersagt.

Es wurde bereits von Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva unterschrieben und ist damit rechtskräftig. Als Grund nennt die Regierung einen besseren Jugendschutz.

In dem Gesetz heißt es dazu:

Lootboxen, die in elektronischen Spielen angeboten werden, die sich an Kinder und Jugendliche richten oder für diese zugänglich sein könnten, sind gemäß der jeweiligen Altersfreigabe verboten.

Damit ist es der jugendlichen Zielgruppe künftig verboten, virtuelle Tools oder Vorteile zu erwerben, bei denen zuvor keine Kenntnis über deren Inhalt besteht. Darüber hinaus sollen keine Elemente zum Kauf für Heranwachsende angeboten werden, von denen ein Risiko für die Privatsphäre, Sicherheit oder soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ausgeht.

Teile eines größeren Gesetzespakets

Das Verbot der Lootboxen ist nur ein Tiel eines umfangreichen Gesetzvorhabens zum Schutz von Minderjährigen in Brasilien. Hinzukommen weitere Elemente, mit denen die Entwicklung der jungen Spieler gesichert werden soll. Dazu gehört insbesondere ein besserer Datenschutz.

Um die Einhaltung der verschärften Regeln zu gewährleisten, planen die Behörden die Einrichtung eines Meldesystems. Dort sollen Betroffene und deren Angehörige Beschwerden über Missbrauch und Unregelmäßigkeiten bei den Games einreichen können. Diese werden sodann geprüft und gegebenenfalls strafrechtlich verfolgt.

Ein weiterer Fokus liegt auf der geschützten Interaktion zwischen Nutzern. So müssen beispielsweise bei Voice-Chats oder der gemeinsamen Nutzung von Inhalten, die sich an Kinder und Jugendliche richten, schärfere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Für die Gaming-Entwickler ist das Verbot ein weiterer Rückschlag. Durch die Einschränkung entgeht ihnen künftig auch in Brasilien eine der wichtigsten Einnahmequellen. Und es ist gut möglich, dass andere Länder diesem Beispiel bald folgen werden.