Höheres Mindest­alter für Video­spiele mit Glücks­spiel-Inhalten in Australien

Posted on: 31/03/2023, 10:58h. 

Last updated on: 31/03/2023, 11:17h.

In Australien tobt eine hitzige Debatte über die potenziell gefährlichen Einflüsse einiger Videospiele mit Glücksspiel-Inhalten auf jüngere Spieler. Als Antwort darauf plant die Regierung für diese Games nun eine Mindestalter-Anhebung.

Lootbox
Auch Lootboxen erhalten ein höheres Mindestalter (Bild: doteesports)

Am Mittwoch veröffentlichte die Regierung von Australien Pläne [Seite auf Englisch], die eine Reihe von Anpassungen an das nationale Klassifizierungssystem für Videospiele enthalten. Kernpunkt der Änderungen ist eine Neubewertung der bestehenden Mindestalter-Einstufung.

18 Jahre Mindestalter für Videospiele mit Glücksspiel-Charakter

So sehen die neuen Regelungen eine verbindliche Mindestklassifizierung für Spieler ab 18 Jahre für Spiele vor, die simulierte Glücksspiele enthalten. Darüber hinaus sind Games, die kostenpflichtige Lootboxen enthalten, ebenfalls von der Anpassung betroffen. Diese sollen künftig in die Kategorie M (Mature, nicht empfohlen für Personen unter 15 Jahren) fallen.

Michelle Rowland, Ministerin für Kommunikation in Australien, erklärte dazu:

Die Änderungen, die wir heute vorschlagen, werden dazu beitragen, das System auf den richtigen Weg zu bringen. Ich freue mich darauf, von der Gemeinschaft, der Industrie und meinen Kollegen in den Regierungen der Bundesstaaten und Territorien zu hören, um sicherzustellen, dass wir ein System schaffen, das das moderne Australien widerspiegelt.

Ziel der Mindestalter-Verschärfung sei es, jugendliche Spieler in Australien besser vor den negativen Auswirkungen des Glücksspiels zu schützen. Dazu zähle insbesondere die Neubewertung von Lootboxen mit ihren per Zufallsgenerator ausgewählten Inhalten.

Vorschläge basieren auf Studienergebnissen

Basis der geplanten Reform ist die wissenschaftliche Überprüfung der australischen Klassifizierungsvorschriften, die als Stevens Review bekannt ist. In diesem Bericht wurde ein Zusammenhang zwischen Lootboxen und simulierten Glücksspielen sowie möglichen Schäden und problematischem Glücksspiel festgestellt.

Ein weiterer Grund liegt laut Regierung in den veralteten bestehenden Regeln. Diese seien in einer Zeit entwickelt worden, „in der physische Medien vorherrschend waren und die nicht mit der zunehmend digitalen Medienumgebung vereinbar sind.“

Auch in Deutschland steht das Thema Lootboxen und Glücksspiel auf der Tagesordnung von Politikern, Spielerschützern und Wissenschaftlern. Während Branchenvertreter den Unterhaltungswert hervorheben, warnen Kritiker vor den potenziellen Gefahren der Beutekisten. In der Vergangenheit hatte der Lotto-Betreiber Westlotto das Risiko eines schleichenden Einstiegs in das Glücksspiel durch Lootboxen thematisiert und eine striktere Regulierung gefordert.

Die Regierung bezeichnet es als ihre Priorität, „die Schwächsten in unserer Gesellschaft vor Schäden durch Glücksspiele zu schützen und zu signalisieren, dass solche Spiele für Kinder nicht geeignet sind.“ Die Änderungen würden dafür sorgen, dass australische Verbraucher künftig über alle Medienplattformen hinweg von vertrauenswürdigen und zuverlässigen Informationen profitierten.