Glücksspiel-Konzern Betsson nimmt acht Online-Casinos von britischem Markt

Veröffentlicht am: 22. Oktober 2020, 11:56 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Oktober 2020, 11:56 Uhr.

Das an der Stockholmer Börse notierte Glücksspiel-Unternehmen Betsson AB hat am Mittwoch bekanntgegeben, seine Präsenz auf dem britischen Markt erheblich zu reduzieren. Mit sofortiger Wirkung werde Betsson acht von neun Marken zurückziehen, hieß es in der Pressemitteilung [Seite auf Englisch].

Betsson Logo, Mensch mit Koffer Silhouette
Betsson nimmt acht Casino-Marken vom britischen Markt. (Bild: betssonab.com, uihere.com)

Betsson hält vier Lizenzen der britischen Glücksspielkommission (UKGC). Drei Konzessionen werde das Unternehmen an die Behörde zurückgeben. Einzig die Marke Rizk werde weiter in Großbritannien betrieben.

Auf den Plattformen Betsafe, Betsson, Casino Euro, Guts, Kaboo, Live Roulette, Jackpot247 und Racebets würden ab sofort keine Einzahlungen mehr akzeptiert. Einzahlungen würden erstattet, teilte Betsson mit.

Betsson erwarb durch die Übernahme von NetPlay im Jahr 2017 eine Reihe britischer Marken. Doch der Deal, der vom ehemaligen CEO Ulrik Bengtsson durchgeführt wurde, brachte nie die erwarteten Renditen.

Betsson begann 2018 mit der Reduzierung seiner Marketing-Aktivitäten in Großbritannien und schloss sein dortiges Büro. Das Unternehmen überführte einige NetPlay-Marken im Laufe dieses Jahres nach Malta.

Am Freitag wird Betsson seinen Finanzbericht für das dritte Quartal veröffentlichen. Es wird erwartet, dass der derzeitige CEO des Konzerns, Pontus Lindwall, näher auf die Geschäftsstrategie in Großbritannien eingehen wird.

Britischer Markt nur wenig effizient

Der Markt in Großbritannien mache derzeit nur 3 % des Gesamtumsatzes aus, meldete Betsson. Die Markenreduzierung werde die Effizienz steigern. Neuverteilungen der Ressourcen ermöglichten es zudem, das Wachstum in profitableren Märkten voranzutreiben. Die acht zurückgezogenen Marken sollen für den Einsatz in anderen Märkten im Portfolio des Konzerns verbleiben.

In der Pressemitteilung des Glücksspiel-Konzerns heißt es weiterhin:

Der britische Rechtsrahmen hat in den letzten Jahren erhebliche Änderungen erfahren und erfordert umfangreiche Investitionen sowohl in Technologie und für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften als auch für das Marketing, was mit dem derzeitigen Aufbau des Konzerns in Großbritannien nicht nachhaltig ist.

Indes scheint sich Betsson vermehrt um den italienischen Markt zu bemühen. In diesem Monat hat das Unternehmen seine Beziehung zum Fußballverein AC Milan erneuert. Die Betsson-Marke StarCasino ist bereits langjähriger Sponsor des Clubs. Im Sommer dieses Jahres wurde die Partnerschaft um weitere drei Jahre verlängert, um StarCasino zu fördern.

Darüber hinaus bemüht sich Betsson durch Kooperationen mit US-Casinos, auf dem Sportwetten-Markt in den USA Fuß zu fassen. Weiterhin expandiert der Konzern nach Kenia und Südamerika.