WSOP Main Event 2019: Hossein Ensan dominiert den Finaltisch

Veröffentlicht am: 15. Juli 2019, 12:01 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. Juli 2019, 12:19 Uhr.

Vor wenigen Stunden ging in Las Vegas der erste Spieltag des WSOP 2019 Main Event-Finaltisches zuende. In Führung liegt weiterhin der deutsche Pokerprofi Hossein Ensan (55), der den 8. Tag des größten Pokerturniers der Welt mit 207.000.000 Chips beendete.

Hossein Ensan am Pokertisch mit Chips
Hossein Ensan ist derzeit Chipleader des WSOP Main Events. (Quelle: Flickr/WPT. Foto: Tomas Stacha)

Sollte Ensan seine Führung behalten, lockt ein Hauptgewinn von 10 Millionen US-Dollar (ca. 8.8 Millionen Euro).

So begann der WSOP Main Event-Finaltisch

1. Hossein Ensan – Deutschland – 177.000.000 Chips

2. Garry Gates – USA – 99.300.000 Chips

3. Zhen Cai – USA – 60.600.000 Chips

4. Kevin Maahs – USA – 43.000.000 Chips

5. Alex Livingston – Kanada – 37.800.000 Chips

6. Dario Sammartino – Italien – 33.400.000 Chips

7. Milos Skrbic – Serbien – 23.400.000 Chips

8. Timothy Su – USA – 20.200.000 Chips

9. Nick Marchington – UK – 20.100.000 Chips

Keine Verschnaufpausen am wichtigsten Final Table des Jahres

Die Finaltische des WSOP Main Events sind mitunter eine zweischneidige Angelegenheit. Einerseits erzeugt ihre Bedeutung Hochspannung, andererseits verleiten die großen Auszahlungssprünge zwischen den Platzierungen zu passivem Spielen.

Doch wer dachte, die verbleibenden 9 Teilnehmer würden in diesem Jahr auf Premium-Hände warten und auf das unglückliche Ausscheiden ihrer Gegner bauen, täuschte sich.

Bis zum ersten All-in von Dario Sammartino (32) dauerte es nämlich nur 2 Hände. Er schob nach einem Raise des Serben Milos Skrbic (30) seine verbleibenden 31,4 Millionen Chips in die Mitte des Pokertischs und brachte seinen Gegner dadurch zum Folden.

Nur eine Hand später versuchte Nick Marchington (21) sein Glück. Er riskierte seinen Stack mit 19,6 Millionen Chips bei Blinds von 500.000/1.000.000 und einer Ante von 1.000.000. Mit Tc-Th doppelte er gegen Zhen Cais (35) Ad-Qh auf.

Die ersten Spieler müssen gehen

In Hand #6 war es schließlich Milos Skrbic, der sein „Turnier-Leben“ auf Spiel setzte und seinen Hut nehmen musste. Mit As-Jh callte er ein All-in des US-Amerikaners Garry Gates (37), der Ac-Qh hielt. Als Trostpflaster erhielt Skrbic ein Preisgeld in Höhe von 1 Millionen US-Dollar (ca. 880.000 Euro).

Actionreich ging es im Anschluss zwischen dem US-Amerikaner Timothy Su (25) und dem deutschen Titelfavoriten Hossein Ensan weiter. In Hand #11 setzte Su seine übrigen 17 Big Blinds mit 3d-3c vor dem Flop aufs Spiel und wurde vom deutschen Chipleader mit Ad-Jc gecallt.

Das Board brachte mit Jh-5c-5d-Jd-Ts das Full-House für Ensan, der seinem Stack inklusive Antes mehr als 20 Millionen Chips hinzufügen konnte. Für den 8. Platz im Main Event durfte sich Su über ein Preisgeld von 1,25 Millionen US-Dollar (ca. 1,1 Millionen Euro) freuen.

Ensan spielte seinen großen Stack danach hervorragend aus. Er raiste viele Hände vor dem Flop und sicherte sich kleinere Pötte durch Continuation Bets auf Flop oder Turn. Dies katapultierte ihn schnell über die magische 200 Big Blind-Grenze.

Doch Ensan spielte nicht nur gutes Poker, sondern erwischte die richtigen Spots. So hielt der Münsteraner Kc-Ks als Nick Marchington mit Ad-7c das All-in annoncierte. Ensan callte und gewann auch diese Hand. Der Chipleader von Tag 6 schied folglich auf Platz 7 aus dem Turnier aus, nahm als Belohnung aber 1,525 Millionen US-Dollar (ca. 1,35 Millionen Euro) mit nach Hause.

Glück und Pech

Wie nahe Glück und Pech beim Poker liegen können, zeigten die gestrigen Auftritte von Zhen Cai und Garry Gates. Gates startete als Zweitplatzierter in den 8. Turniertag und baute seinen Stack von knapp 99 Millionen Chips auf 171 Millionen Chips aus. Dabei half ihm eine Kombination aus guten Händen und einer klugen Spielweise.

Ganz anders lief es für Zhen Cai, der mit 60 Millionen Chips als Drittplatzierter an den Tisch kam, aber einfach nicht ins Spiel fand. Er schien beinahe alle kleinen und mittelgroßen Pötte zu verlieren und setzte in Hand #56 des Finaltischs all seine Chips mit As-Kd. Gecallt wurde er von Kevin Maahs (27), der 9c-9s zeigte und den Coinflip gewann. Für den 6. Platz erhielt Cai 1,85 Millionen US-Dollar (ca. 1,6 Millionen Euro).

Die verbleibenden 5 Spieler treffen sich heute Abend (18.30 Uhr Ortszeit), um bis auf Platz 3 herunterzuspielen. Das Finale und der Kampf um das Main Event-Bracelet wird dann am Mittwoch stattfinden. Sollte Hossein Ensan weiterhin erfolgreich spielen, dann wird 8 Jahre nach dem Sieg von Pius Heinz vielleicht auch wieder ein Deutscher Pokerweltmeister werden.