Glücksspiel-Gigant Entain – Eine unter Wert gehandelte Marke?

Veröffentlicht am: 5. April 2021, 02:36 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 5. April 2021, 02:36 Uhr.

Der britische Glücksspielkonzern Entain könnte für Anleger in Zukunft noch attraktiver werden. Die Investmentexperten der britischen Zeitung The Telegraph raten daher jetzt zum Kauf von Aktien. In einem am Sonntag veröffentlichten Beitrag erläutern sie, warum Entain ihrer Ansicht nach deutlich unter Wert gehandelt werde.

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Investmentexperten raten jetzt zum Kauf von Entain-Aktien (Bild: Pixabay)

Für einen milliardenschweren Glücksspielkonzern, der weltweit für seine fortschrittlichen Technologien bekannt sei, seit Jahren expandiere und Marken aufkaufe, sei der derzeitig niedrige Aktienwert ungewöhnlich. Im Dezember hatte der Preis pro Aktie bei nur 10,90 GBP gelegen.

Ein starker Anstieg sei dann im Januar erfolgt, nachdem der US-Glücksspielriese MGM Resorts das Potenzial von Entain erkannt und ein Kaufangebot gemacht habe. Anleger hätten ihre Anteile zu jenem Zeitpunkt zum Wert von 14,03 GBP pro Stück verkaufen können.

Anfang Januar hatte MGM Resorts Entain ein Tauschangebot unterbreitet, welches zu einer Fusion beider Konzerne führen sollte. MGM bot Entain 41,5 % seiner Anteile im Austausch gegen Entain-Anteile im Wert von 13,83 GBP pro Aktie an. Zusätzlich sollte Entain eine Bargeldsumme in nicht bekannter Höhe erhalten. Entain lehnte dieses Angebot ab, mit der Begründung, dass dieses zu niedrig gewesen sei.

Nachdem Entain das Angebot ausgeschlagen habe, sei der Aktienkurs auf 12,50 GBP pro Aktie gefallen. Dies habe dem Konzern aber keineswegs geschadet, so die Experten. In der Tat liegt der Aktienwert aktuell bei 15,28 GBP [Stand 05.04.2021].

Investoren würden sich vermehrt des Potenzials von Entain bewusst. Der britische Konzern habe deutlich mehr zu bieten als seine US-amerikanischen Äquivalente. Britische bzw. europäische Glücksspielfirmen hätten grundsätzlich den Vorteil, dass sie bereits seit vielen Jahren auf regulierten Märkten tätig seien.

In den USA beginne sich das Glücksspiel, insbesondere das Online-Glücksspiel, erst jetzt zu entfalten. Entsprechend hingen die US-Anbieter auch technologisch hinterher. Kaufangebote an britische Firmen seitens der Amerikaner seien daher verständlich. So sei es leichter, bestehende Strukturen zu erwerben, als eigene von Grund auf aufzubauen.

Verkauf für Entain nicht ratsam

In den Augen der Investmentexperten habe Entain die beste Entscheidung getroffen, als es MGMs Angebot ausgeschlagen habe. Dem britischen Konzern stehe eine große Zukunft in aller Welt bevor. Dies werde Entain auch ohne Fusionen mit US-Riesen gelingen.

Er [der Konzern; Anm. d. Red.] hat erklärt, dass er letztendlich auf 100 Märkten arbeiten könnte, statt auf den 21, auf denen er derzeit aktiv ist. Lateinamerika zum Beispiel hat eine sehr gute Dynamik für das Glücksspiel, einen weitverbreiteten Enthusiasmus für Sportwetten und könnte genauso groß werden wie der US-Markt.

Für die Anleger wäre es daher keineswegs gut, wenn Entain in den nächsten Monaten von einem anderen Konzern aufgekauft werde. Die Chancen, dass dies passiere, seien jedoch gering.

Nicht nur sei Entain selbst noch dabei, andere Unternehmen, wie zuletzt Enlabs, aufzukaufen. Auch scheine Entains neue CEO Jette Nygaard-Andersen ihrer Aufgabe gewachsen, Entain zu einer eigenständigen weltweiten Marke zu machen.