21 Jahre in Brasilien bald das neue Glücksspiel-Mindestalter?
Posted on: 11/08/2025, 04:47h.
Last updated on: 08/08/2025, 02:54h.
- In Brasilien könnte das Glücksspiel-Mindestalter auf 21 Jahre angehoben werden.
- Ein Gesetzentwurf plant zudem zusätzliche Einschränkungen.
- Einsatzlimits und Werbeverbote weitere mögliche Maßnahmen.
Dem boomenden Online-Glücksspiel in Brasilien könnte durch ein mögliches höheres Mindestalter bald eine Abkühlung drohen. Sollte der Gesetzentwurf des Senators Humberto Costa durch das Parlament kommen, drohen der Branche zudem weitere Beschränkungen.

Costa reichte seinen Gesetzentwurf 3754/2025 in der vergangenen Woche in den Senat des lateinamerikanischen Landes ein. Dieser sieht unter anderem beim Mindestalter für die Teilnahme am Online-Glücksspiel in eine Anhebung von 18 auf 21 Jahre vor.
Der Senator begründet sein Anliegen mit den gerade auf Jüngere zutreffenden Risiken des Online-Spiels. In einer idealen Welt dürfte es Sportwetten und Co. gar nicht geben, so Costa.
In einer Rede warnte der Politiker:
Geld, das für Lebensmittel, lokale Märkte und kleine Unternehmen gedacht war, fließt in Wetten. Viele junge Menschen im Universitätsalter verschieben ihre Immatrikulation oder brechen ihr Studium ab, weil ihr Studiengeld für Glücksspiele ausgegeben wird.
Um dies zu beenden, müsse das Alterslimit angehoben werden. Damit nimmt sich Costa Glücksspielmärkte wie Belgien zum Vorbild, wo die höhere Einstufung 2024 bereits gesetzlich eingeführt wurde.
Weitere Restriktionen für Anbieter
Wenn es noch Costa ginge, wird es bei dem höheren Einstiegsalter nicht bleiben. So fordert er, Werbung für die junge Zielgruppe künftig ganz zu verbieten. In diesem Punkt hat der Gesetzgeber 2025 bereits reagiert, indem er ein Verbot der Glücksspielwerbung durch Influencer und Sportler umsetzte.
Beim Marketing sind weitere Hürden geplant. So soll Glücksspielwerbung laut Gesetzentwurf zwischen 6.00 und 22.00 Uhr gänzlich verboten werden. Darüber hinaus würde es zu einem umfassenden Verbot des Sponsorings kultureller oder sportlicher Veranstaltungen kommen.
Um die Spieler besser vor zu hohen Verlusten zu schützen, sollen zudem Einsatzlimits eingeführt werden. Diese würden sich laut Entwurf an dem verfügbaren Einkommen der jeweiligen Spieler orientieren.
Darüber hinaus sollen dem Finanzministerium weitreichende Befugnisse zugestanden werden. Diese würden der Behörde die Festlegung von täglichen oder wöchentlichen Ausgabenobergrenzen für das Glücksspiel ermöglichen. Ob das Gesetz im Parlament die nötige Mehrheit erhält, dürfte sich erst im Herbst endgültig herausstellen.
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